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Mit dem Untertitel dieser Arbeit, der noch weitere nachfolgen sollen, ist zugleich ihr Ziel gekennzeichnet: Der Autor hat in einem sehr sorgfältigen Quellenstudium die frühen Ideen Freuds über die Entstehung der Psychoneurosen zusammengestellt. Die Beschränkung auf ein Decennium wird damit begründet, daß Freud sich ab 1886 zunehmend mit der Erforschung psychopathologischer Zustände und mit der Therapie von Neurosen befaßte, bis er 1896 erstmals von Psychoanalyse als seiner Forschungs- und Behandlungsmethode sprach und die Rolle sexueller Erlebnisse in der Kindheit für die Ätiologie der Psychoneurosen beschrieb. Damit war der Heredität, die trotz Charcots und der französischen Schule klinisch-deskriptiver Orientierung im Mittelpunkt der ätiologischen Formel der Hysterien stand, lediglich ein prädisponierender Faktor zuerkannt. Die Bezeichnung Psychoneurose, von Krafft-Ebing für solche neurotischen Affektionen eingeführt, die keine oder nur eine ganz geringe hereditäre Stigmatisierung zeigten, wurde sinngemäß übernommen. Um Freuds frühe Auffassung über die Entstehung der „Psychoneurosen“ in einen umfassenden medizingeschichtlichen Rahmen zu stellen, wird vom Verf. eine kurze Orientierung über den Begriff der Neurose seit seiner Einführung durch Cullen (), einen der Vorgänger der „Neuralpathologie“, gegeben.
In die erste Periode () fällt Freuds Untersuchung hysterischer Lähmungen mit dem Ergebnis, daß Charcots anatomische Erklärung mit der Lokalisationslehre nicht in Einklang zu bringen sei. Eine „physiopathologische Formel“ der Hysterie müsse gefunden werden, die den Erregbarkeitsverhältnissen der verschiedenen Teile des Nervensystems Rechnung trage. Hinsichtlich des psychologischen Verstehens der Hysterie stimmte Freud zunächst der Auffassung Charcots zu, und seine Stellungnahme in der Kontroverse zwischen Charcot und Bernheim über die Rolle der Suggestion und Autosuggestion wird eingehend gewürdigt.
Nach historischer Kleinarbeit mit quantitativer und qualitativer Ausw