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Um anpassurigs-, Wachstums- und wandlungsfähig zu sein, wird von einem Organismus zweierlei verlangt: sensitive Reaktivität und regulative Kontrolle. Er muß, um die bekannten Ausdrücke Riesmans zu verwenden, sowohl outer-directed wie inner-directed, sowohl außen- wie innengesteuert sein. Anpassung, in, anderen Worten, bewegt sich auf einem schmalen Pfad zwischen Reizhörigkeit und Reizblindheit. Die Dialektik solcher Anpassung hat unter anderem Rapaport dargestellt und im Begriffe der relativen—d. h. auf die Umgebung bezogenen—Autonomie gleichsam kondensiert.
Eine derartige, auf relativer Autonomie beruhende komplexe Anpassungsmöglichkeit setzt neurophysiologische Mechanismen von entsprechender Komplexität voraus. Die Art und mögliche Wirkungsweise dieser Mechanismen sind das Thema des vorliegenden Buches. Die Begriffe „Inhibition“ and „Choice“, Hemmung und Wahl, stecken für die drei Autoren gleichsam das Koordinatensystem aus, in dem sie die wesentlichen Aspekte dieser Anpassungsdialektik einzufangen versuchen.
Im ganzen gelingt ihnen dies. Sie zeigen im einzelnen, wie besonders die Prinzipien der „Hemmung“ im neurophysiologischen und neuropsychologischen Bereich im Laufe der letzten 150 Jahre immer deutlicher herausgearbeitet wurden. Am Anfang stehen die Beobachtungen Bells, daß neurale Impulse manchmal zu einer Muskelentspannung führen, und am vorläufigen Ende dieser theoretischen Entwicklung sehen wir die Arbeiten Magouns über die komplexen Zusammenhänge zwischen corticaler und reticulärer Aktivität (wobei die reticulären Zentren offenbar modulierend und bremsend auf die corticale Erregung wirken). Dazwischen liegen dann, unter anderem, die, Beiträge von Sechenow, Anstie, Brunton, Freusberg, Heidenhain, Wundt, Sherrington, Freud, Pawlow, Head, Dale und Eccles, die alle unsere