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Seit H. Killians „Facies dolorosa“ ist das vorliegende Werk das erste, welches sich derart umfassend dem beseelten Antlitz des Kranken, speziell des kranken Kindes widmet. Es ist daher allen jenen zu empfehlen, die außerhalb der Pädiatrie mit kranken Kindern zu tun haben.
Eine souveräne Beherrschung der Phototechnik hat einen Bildband entstehen lassen, der in einem Querschnitt durch nahezu alle Kinderkrankheiten ein getreues Abbild des Kindes in seiner Krankheit zu vermitteln sucht.
An Hand von Lerschs Ausdruckspsychologie („Gesicht und Seele“) weist Verfasser auf die anatomischen und funktionellen Grundlagen des Ausdrucksgeschehens hin, welches beim Kinde noch keine individuelle Prägung wie beim Erwachsenen erfahren hat und um so unmittelbarer und weniger verdrängt das innere Erlebnis, vornehmlich in der Krankheit, widerspiegeln kann.
Dennoch gewinnt man bei der bestürzenden Nähe mancher großformatiger Bilder bisweilen den Eindruck einer gewissen optischen Entleerung, zumal wenn einem die psychologische Deutungskunst menschlicher Darstellungen, von Lavaters „Psychologischen Fragmenten“ bis zu M. Picards „Menschengesicht“ in Erinnerung geblieben ist.