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In der Beratung und Behandlung kindlicher Erziehungsschwierigkeiten nehmen gruppentherapeutische Maßnahmen einen immer größeren Umfang ein: Zu ihnen sind auch die Einrichtungen von „Elternschulen“ zu rechnen, deren Grundgedanken Verfasser seine Schrift gewidmet hat. Sie fußt auf Vorträgen, die er auf Anregung und Unterstützung seitens der Ulmer Volkshochschule (I. Aicher-Scholl) und der Zeiss-Werke (Oberkochen) vor Eltern hielt, denen wesentliche erzieherische Kenntnisse über das Kind und die Familie vermittelt wurden, die unter dem anhaltenden Traditionsabbau im industriellen Zeitalter weitgehend verlorengegangen sind.
In kluger Beobachtung der gegebenen alltäglichen Realitäten und mit Einfühlungsvermögen in die heutige Erziehersituation hat es Verfasser verstanden, die Eltern in lebendiger Ansprache auf die Entwicklungsnöte ihrer Kinder hinzuweisen, um diesen in kindgemäßer Form zu begegnen. Dabei hat sich die Besinnung auf die eigene Kindheit als ein wichtiger Weg zur Seele des Kindes erwiesen.
So werden u. a. die Fragen der sexuellen Aufklärung, wie allgemein der Bewältigung der Reifungskrisen, aber auch das Verständnis des einfachen Spielgeschehens beim Kinde unter Berücksichtigung tiefenpsychologischer Erkenntnisse behandelt. Dabei wird auch nicht die reale Bedeutung des Spielzeuges in den verschiedenen Altersstufen des Kindes vernachlässigt, wie überhaupt der praktische Sinn bei der Lösung von Erziehungsfragen als unmittelbares Bedürfnis der meist ratlosen Eltern ganz in den Vordergrund gestellt ist. Nicht zuletzt gibt Verfasser mit einer Modellvorstellung Ratschläge zu Aufbau und Tätigkeit einer Elternschule.
Es überrascht, daß bei der augenblicklichen Buch-Preis-Inflation ein so hervorragend ausgestattetes und dennoch preiswertes Buch erscheinen kann. Dies wird dazu beitragen, es zu einem volkstümlichen Erzieherbuch und unentbehrlichen Rüstzeug in jeder Erziehungsberatungsstelle werden zu lassen.