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Der Versuch, das Reservoir menschlicher Intelligenz besser auszuschöpfen, kann als späte Frucht des in Amerika länger unerschüttert gebliebenen Fortschrittsglaubens bezeichnet werden Freilich hat er in der Mitte unseres Jahrhunderts dort auch eine politische und pragmatische Seite erhalten durch den Wettbewerb im technischen Fortschritt mit Rußland.
Die naive Vorstellung, daß Begabte sich schon von selbst nach oben arbeiten, während die geistig Behinderten, der Förderung durch die Gesellschaft bedürfen, wurde durch den Eifer ersetzt, alles zu verbessern, was sich nur überhaupt verbessern läßt. Man gründete eine „American Association for Gifted Children“, wobei man von der Annahme ausging, daß etwa die Hälfte aller Begabungen für die Gesellschaft nicht optimal nutzbar gemacht würden.
Ein Forscher der Stanford University, Terman, machte die systematische Untersuchung Begabter zu seiner Lebensaufgabe. Durch die Komplexität des Begriffs Begabung wurde diese Aufgabe immer schwieriger, denn der anfängliche Optimismus, der den Intelligenztests entgegengebracht wurde, schwächte sich dauernd ab, schlug ins Gegenteil um und hat in der Gegenwart einer objektiv abwägenden Einschätzung Platz gemacht. Die dem Rationalismus entstammende Denkweise, daß auch die Intelligenz mebar ist, besteht zu Recht bei der Festegung unterer Grenzen, wie sie sich bei den Testungen in zwei Weltkriegen bewährt hat. Je höher die Begabung, desto unzulänglicher ist sie durch Tests meßbar. Einmal lassen sich schöpferische und abstrakte Fähigkeiten nicht messen, zweitens sind für die Begabung noch andere Qualitäten maßgeblich als die bloße Intelligenz.
Der Verfasser wendet sich, ebenso wie Terman, gegen die Theorie, Begabung und Genie in der Nähe des Abnormen und Psychotischen zu sehen. Begabung sei etwas Normales und, ausgenommen extrem und genial Begabte, erweise sich ein begabter Mensch auch als lebenstüchtig und erfolgreich. Talent, Begabung und Genie seien quantitativ und qualitativ zu unterscheidende