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Hinter den dauernd wechselnden Perioden von Chaos und neuer Stabilität liegt bei den Jugendlichen der Kampf um die Erreichung der Genitalität, darum, ein nicht-inzestuöses Objekt zu erwerben, der Kampf, ein festes Gefühl vom eigenen Selbst zu bekommen und eine sichere Beziehung zwischen den drei psychischen Systemen herstellen zu können. Das In-einander-Übergehen dieser verschiedenen Prozesse jedoch macht die Behandlung in der Pubertät so schwierig, da man nie genau weiß, wo man im Augenblick gerade ist. Wenn die Prozesse sich in ständigem Wechsel befinden, haben wir das Chaos, wenn sie sich voneinander zu unterscheiden vermögen, die Ordnung. Allerdings wird es ohne diesen unangenehmen Prozeß der Auflösung in der Pubertät spater aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer schweren Charakterstörung im Sinne zwanghafter Rigidität kommen.
An zwei Beispielen werden diese entgegengesetzten Neigungen in der Pubertät in ihren Extremhaltungen dargestellt. Bei dem ersten Patienten war sein Ich vom Pubertätsprozeß gänzlich unberührt und dem Triebdruck gegenüber von einer so rigiden Unnachgiebigkeit, daß er an einen zwanghaften Präpubertierenden erinnerte. Bei dem zweiten Patienten zeigte sich das Ich völlig fragmentiert und aufgelöst durch den Sturm der Pubertät. Bis zum 19. Lebensjahr blieb der erste Patient vom Pubertätsprozeß völlig unberührt, während der zweite in diesem Alter keinerlei Tendenz zeigte, sich gegen das Chaos durchzusetzen. Bei beiden zeigte sich jedoch die Kastrationsangst auf die gleiche Weise, nämlich in einer ungewöhnlichen Ütarempfindlichkeit Kritik gegenüber. Kritik bedeutete Kastration des Selbstgefühls, das so schwach und zerbrechlich war wie die eigene Männlichkeit, die der eine durch Rigidität und Ordnung, der andere durch Chaos und hemmungslose, flüchtige Genitalbeziehungen aufrechtzuerhalten versuchte.