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In deutschen psychiatrischen Kliniken wurde und wird in zunehmendem Maße Psychotherapie durchgeführt. Je länger diese Entwicklung andauert, um so größer wird das Bedürfnis, sich mit den Erkenntnissen der Psychoanalyse auseinanderzusetzen. In wissenschaftlichen Arbeiten wird daher die psychoanalytische Literatur nicht mehr ignoriert, und gelegentlich sind profunde Kenntnisse nicht nur von Freuds Schriften, sondern auch der psychoanalytischen Veröffentlichungen neuerer
Zeit anzutreffen (z. B. bei J. E. Meyer in seiner Arbeit über Depersonalisation). Die Zusammenhänge von Entwicklungspsychölogie und Psychodynamik werden jedoch noch weitgehend ignoriert. Das anthropologische Konzept der Psychoanalyse ist bisher für die Bemühungen um Verständnis psychopathologischer Vorgänge in der Psychiatrie wenig verwertet worden oder diente nur als Entwurf, von dem man sich distanzieren konnte. Dies scheint sich aber langsam zu wandeln, wie zwei Arbeiten aus jüngster Zeit bezeugen.
Häfner setzt sich in seiner Arbeit mit dem Begriff des psychischen Prozesses auseinander, insbesondere mit dem sog. schizophrenen Prozeß. Leicht abzuheben gegenüber einem fraglich-unsicheren Geschehen bei anderen Krankheitsprozessen ist der „Abbauprozeß“ hirnorganischer Krankheitsvorgänge. Daneben behandelt H. die Begriffe „Abwandlungsprozeß“ (nach A. Storch) und „Restriktionsprozeß“. Unter Abwandlungsprozeß versteht er jenes Geschehen, in welchem die Kommunikationsvorgänge so erheblich gestört und (auf Grund von Abwehrvorgängen, wie der Analytiker sagen würde) so sehr eingeschränkt sind, daß eigenständige, autonome Erlebnisbereiche resultieren (z. B. ein Wahn); diese können dann wie unabhängig vom übrigen Leben eines Menschen auf den Beobachter wirken, wenn er seinen Blick für Motivzusammenhänge nicht geschärft hat. Verf. spricht in diesen Fällen von „Einschränkung und Verdeckung des Selbstund Weltbezuges“ und setzt sich für die Berücksichtigung von Motivzusammenhängen ein.
Er referiert die wissenschafts-