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„Eine Tatsache ist darum noch nicht wissenschaftlich vorhanden, weil sie allgemein bekannt ist. Sie ist es erst, wenn sie als Problem gesehen und zu Problemen in Beziehung gesetzt wird.“ (W. Pinder)1
Die Begriffe, die wir zur Ordnung und Erklärung der Geschehnisse unserer Welt benutzen, haben eine Geschichte, haben bestimmte Inhalte und Geltungsbereiche. „Sie haben eine Geschichte“ heißt, sie besitzen Herkunft und Abstammung, sie weisen zurück auf Vorentwürfe, sind konzipiert unter je verschiedenen Verstehenshorizonten. „Begriffe haben einen Inhalt“ meint, daß sie sich auf konkret angehbare Sachverhalte beziehen, und „Geltungsbereich“ schließlich umschreibt den Kreis, die Summe der Sachverhalte, die mit ihrer Hilfe adäquat „beschreibend“ und „erklärend“ erfaßt werden können. Versuchen wir, diese drei Momente am Begriff Regression aufzuzeigen:
Der leitende Gesichtspunkt und damit der zeitgeschichtliche Hintergrund, unter dem dieser Begriff in der Psychoanalyse durch S. Freud konzipiert wurde, ist der der Entwicklung, sind die die Wissenschaften und das gesamte öffentliche Bewußtsein bewegenden Ideen, der Phylo- und Ontogenese. Sie sind der gemeinsame Boden, auf dem Freud, Darwin und Häckel stehen, und begründen den Zusammenhang mit der historisch-genetischen Betrachtungsweise, deren Geschichte bis in die Mythen aller Völker hinabreicht und deren wissenschaftliche Bearbeitung eigentlich als eine der großen Leistungen des 19. Jahrhunderts angesehen werden darf. S. Freuds psychoanalytische Methode ermöglichte es, auch die seelisch-geistigen Phänomene im wissenschaftlichen Sinne entwicklungsgeschichtlich, historisch-genetisch zu untersuchen. Wo man aber genetisch-historisch vorgeht, dort kann man mit Kant „… die Synthesis einer Reihe auf der Seite der Bedingungen, also von derjenigen an, welche die nächste zur gegebenen Erscheinung ist, und so zu den entfernteren Bedingungen, die regressive, diejenige aber, die auf der Seite des Bedingten, von der nächsten Folge