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Der Analytiker wird während seiner Arbeit unausgesetzt mit der Bedeutung des Phallischen konfrontiert; ja die Phallizität beherrscht den Ablauf der Kur. Es ist sogar so, daß die Konflikte, sobald man sie analytisch durchschaut, um die phallische Problematik angeordnet sind, welcher Art auch das Material jeweils sein, mit welchem Entwicklungsniveau es sich verbinden und wie die persönliche Geschichte des Analysanden beschaffen sein mag. Dies stimmt in so hohem Maße, daß Freud fand, die phallisehe Problematik überschreite den Rahmen der Kur als solcher, sie stelle für die Psychoanalyse eine Art Prüfstein dar, und zwar bei Personen beiderlei Geschlechts1. In der Tat erscheint das Phallische an jedem bedeutsamen Punkt der analytischen Arbeit, an dem Verdrängungen aufgehoben werden, unter den verschiedensten Verkleidungen, in positiver oder negativer Form (als Phallus und als Kastration).
Selbst wenn wir mit Freud annehmen, daß der Phallus für das Unbewußte' das einzige sexuelle Organ darstellt, geht die Bedeutung dieses besonderen Bildes, das so häufig in Erscheinung tritt, über das Sexuelle im engeren Sinne hinaus. Wir wollen uns nun dem Studium dieser Vorstellungswelt, der im menschlichen Unbewußten ganz allgemein eine so bevorzugte Stelle zuzukommen scheint, und ihrer vielfachen Bedeutungen zuwenden.
Vorstellungen vom Phallischen und von der Kastration nehmen sowohl in der normalen und pathologischen Psychologie als auch in der Sprache, der Folklore, der Mythologie, der Religion und der Moral einen zentralen Platz ein. Wenn man die Spiegelungen dieser Vorstellungswelt in unseren zeitgenössischen künstlerischen Produktionen ins Auge faßt, scheint es sogar, daß die Konfrontation des modernen Menschen mit dieser Problematik auf einem relativ bewußtseinsnäheren Niveau vor sich geht als in früheren Zeiten. Ich zitiere bloß einige zufällige Namen: Kafka und Beckett, die „Série noire“ und die „science fictions“, Jonesco und Dubillard, usw.
Freud2 hat gezeigt, daß pha