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Der Verfasser, der 1960 an der Tavistock Clinic Gruppenmethoden zur Ausbildung praktischer Ärzte in Psychotherapie und Gruppecherapie studierte, hat die schwierige Aufgabe übernommen, über ein, wie die angeführte Literaturübersicht zeigt, sowohl von gynäkologischer als auch von psychiatrischer Seite weitgehend vernachlässigtes Thema zu berichten. Der Arbeit ist die Tätigkeit und Forschung eines Ausbildungsseminars für Ärztinnen (eine Fachgynäkologin und neun praktische Ärztinnen mit besonderem Interesse für spezifische medizinische Frauenprobleme), alle Mitarbeiterinnen der „Family Planning Association“, unter der Leitung von M. Balint zugrunde gelegt. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe schätzten die in ihren Praxen vorkommenden Fälle von nicht vollzogenen Ehen auf immerhin 25 bis 30 pro Jahr. Die vorliegende Arbeit umfaßt ca. 700 Fälle von nichtvollzogenen Ehen, wovon etwa 100 Fälle speziell diskutiert wurden.
Bei den beschriebenen Kurztherapien handelt es ich um eine kombinierte physische und psychologische Methode. Dabei ist besonders hervorzuheben, daß sie von Ärztinnen an weiblichen Patientinnen durchgeführt wurde. Die Erschwerungen, die bei männlichen Ärzten durch die heterosexuelle Beziehung entstehen, wurden nicht berücksichtigt. Es ist jedoch sehr eindrucksvoll zu erfahren, welche Auswirkung die Haltung der Frau auf die Potenz des Mannes hat. Für die Beurteilung der Behandlung von Impotenz, die eine langwierige und mühsame Arbeit von Patient und Arzt erfordert, ergeben sich hier neue Überlegungen. Die Anzahl der therapeutischen Stunden betrug in 74 Fällen nur ein bis fünf Stunden, und in keinem Fall wurden die Patienten öfter als 15mal gesehen.
Die Verfolgung der Arbeit dieser Gruppe von Ärzten macht deutlich, welche grundlegende Umstellung der Haltung für diese Art der Behandlung den Therapeuten abverlangt wurde, und wie ebenso die Patienten ihre gewohnte Einstellung zu der üblichen ärztlichen Behandlung, in welcher der Patient sich ja weitgehend passiv verhäl