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Harry Stack Sullivan, der Begründer der Interpersonal Theory of Psychiatry, der „zwischenmenschlichen Theorie der Psychiatrie“, starb 1949. Seine Ideen, die schon zu seinen Lebzeiten einen starken Wiederhall in Amerika gefunden hatten, haben sich seither weiter verbreitet und durchgesetzt. Sie wurden vertieft und im Lichte neuer Erfahrungen, Einsichten und konkurrierender Ideen erweitert und modifiziert. Ein wichtiges Zentrum der von Sullivan begründeten Entwicklung ist das Sullivan Institute for Research in Psychoanalysis. Die beiden Autoren des vorliegenden Bandes, das Ehepaar Jane Pearce und Saul Newton, sind zwei verantwortliche Leiter dieses Institutes. Sie erscheinen daher besonders qualifiziert zu einer Neuformulierung der Interpersonal Theory, wie sie durch den Fortschritt von Erfahrung und Einsicht notwendig wurde. Was lernen wir aus dieser Neuformulierung?
Wir begegnen zunächst einem in vieler Hinsicht systematisierten und kondensierten Sullivan. Wer Sullivan aus eigener Lektüre kennt, weiß, wie verschieden „dicht“ er schreiben kann. Er hatte oft große Schwierigkeit, die Originalität seiner Ideen wirklich an den Mann zu bringen. Nicht selten scheint er sich im Geflecht seiner oft witzigen, zwangsgetönten Sprachgewohnheiten zu verstricken. (Gegenüber der disziplinierten Nüchternheit Freuds wirkt sein Stil oft wie ein ausschweifendes Barock.) Dagegen erscheint die vorliegende Darstellung, verglichen mit Sullivans Originalarbeiten, wie aus einem Guß. Das Buch hat eine Entfaltungsdynamik, einen weiten Atem, den ich nur bewundern kann. Zugleich läßt es erkennen, wie reich Sullivans Beobachtungen und Einsichten sind.
Allerdings, diesem Reichtum wird nur der gerecht werden können, der sich einmal von vielen konventionellen, gerade noch in Europa üblichen Denk-schemata lösen kann, die seit Kraepelin und früher in uns gleichsam einzementiert wurden. Zum anderen wird von ihm verlangt, daß er aus unmittelbarem Erlebnis sich mit der klinischen Ausgangsbasis der Autoren