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Der Verlag hat, ohne den Herausgeber zu nennen, ohne Beachtung der zeitlichen Folge und ohne auf dieses Verfahren hinzuweisen, eine Sammlung kürzerer Schriften des 1942 verstorbenen großen Anthropologen in einem Band vereinigt. Es handelt sich um zwei unveröffentlichte Vorträge, einen Radiovortrag, einen Beitrag aus einem Mehrautorenbuch, elf Arbeiten und Rezensionen, die in verschiedenen Zeitschriften erschienen sind, und zwei zusammenfassende Artikel aus der 14. Auflage der Encyclopaedia Britannica.
Für den Leser wird der Anschein erweckt, es werde eine nachgelassene zusammenhängende Arbeit Malinowskis vorgelegt. Unstimmigkeiten, welche durch die Nichtbeachtung der Chronologie entstanden sind, und solche, die auf den unterschiedlichen Zweck zurückgehen, für den die einzelnen Publikationen bestimmt waren (Enzyklopädieartikel neben einem Radiovortrag), und zahlreiche Wiederholungen sind die störende Folge dieser Art der Zusammenstellung. Immerhin werden in dem Buch sonst kaum auffindbare Arbeiten zugänglich gemacht.
Wir weisen auf dieses Buch trotz dieser Mängel und einiger Überalterung in Einzelfragen hin, weil wir glauben, daß es wie kein anderes die noch heute gültigen Ideen eines großen Humanisten unseres Jahrhunderts wiedergibt.
Wir können von ihm lernen, was Menschenkunde ist, oder vielmehr wie sie sein soll, wie wir die Gesetzmäßigkeiten der Kulturentwicklung methodisch richtig erforschen können, um aus dieser Kenntnis gültige Anweisungen für die wichtigsten Probleme des menschlichen Zusammenlebens abzuleiten.
Malinowski ist der Begründer der funktionellen Anthropologie. Er steht auf dem Standpunkt, daß jede Erscheinung des menschlichen Zusammenlebens, jedes banale oder noch so sonderbare und phantastische Phänomen in irgendeinem Gesellschaftsgefüge determiniert ist. Die Bestimmung der dynamischen und