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Seit den Beobachtungen Lloyd Morgans an seinem Hund und den systematischen Tierversuchen galt tierisches Verhalten bei der Lösung von Problemen zunächst als „blind“, d. h. es folgte dem law of effect, einem der Bausteine jeder Lerntheorie. Für Tborndike schien das Versuchstier—vor allem die Katze—zu bestimmten Leistungen im Lernen und Orientieren zu gelangen, ohne dem Experimentator Symptome eines einsichtigen Erfassens der Situation und der Aufgabe zu bieten. In der Tat bedurfte es prinzipiell andersartig strukturierter Versuchsanordnungen, um das Faktum der „Einsicht“ in Situationen auch bei Tieren, zumindest bei den Anthropoiden, über jeden Zweifel hinaus experimentell zu sichern. Die Versuche Wolfgang Köhlers in der Anthropoidenstation der Preußischen Akademie der Wissenschaften auf Teneriffa ( bis ) galten freilich nicht nur diesem Nachweis und einer rationaleren Interpretation tierischen Verhaltens. Der Leser dieser berühmten, lange vergriffenen oder doch nur in einem englischen Taschenbuch noch zugänglichen Untersuchung an Schimpansen nimmt daher nicht nur an einer fesselnden und amüsanten tierpsychologischen Versuchsreihe teil, sondern an den ersten gestalttheoretischen Experimenten zur theoretischen Durchdringung des einsichtigen Verhaltens und Lernens überhaupt. Namentlich für die Analyse kindlicher Denk- und Orientierungsleistungen sind die Ergebnisse der Köhlerschen Affenversuche nach wie vor relevant.