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Der Verfasser, Leiter der Volkshochschule Bremen, beschreibt eine neue Aufgabe der Volkshochschulen, die er „Erwachsenenpädagogik“ nennt. Nicht nur Bildung, Berufsförderung soll vermittelt werden, sondern Lebenshilfe. Sie soll bestehen im „Aufschmelzen persönlicher Isolierung in Gesprächen, Mehrung des Vertrauens zum Hiesigen und Überhiesigen und … Gewinn von Gelassenheit für die Bewältigung der inneren und äußeren Aufgaben, die das Leben stellt“. Grundlage sei „eine wechselseitige Erhellung der Existenz und ihrer geistigen Grundlagen, … Mitteilungen über die Gesetzlichkeiten im Lebensablauf, von Gesetzlichkeiten im körperlichen, seelischen und geistigen Geschehen, … Lebenskunde“. Auf dieser Lebenskunde könne dann die Erörterung von Fragen der Lebensführung aufbauen.
Nach einem sehr reizvollen Exkurs in die Gedanken von Konfuzius, Shakespeare und Goethe zu den „Jahreszeiten des Lebens“, den Lebensstufen, folgen „Einblicke in den gegenwärtigen Stand der Lebensalterforschung“, wobei Verf. ausführlich das psychosoziale Reifungsschema E. H. Eriksons1 bespricht. Es wird dann von der „Wechselwirkung zwischen Jugend und Alter“, von der „Lebenshöhe und Lebenswende“ und vom Altwerden gesprochen; schließlich folgen praktische Vorschläge zur Gestaltung von Arbseitsgemeinschaften.
Den Psychoanalytiker wird vielleicht der etwas zu optimistische, idealisierende Ton irritieren, in welchem wichtige Ergebnisse seines Wissenschaftszweiges in die Erwachsenenpädagogik aufgenommen werden. Es wird sich ihm die Frage aufdrängen, ob es den Lehrern der Volkshochschulen gelingen wird, diese subtilen Werkzeuge ungeschult zu gebrauchen, ohne sich selbst und andere daran zu verletzen. Die Warnung der Pädagogischen Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbändes im Vorwort, sich nicht auf Therapie oder Seelsorge einzulassen, erscheint daher nicht unangebracht.