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Die klassischen Techniken der Bearbeitung des Rorschach-Materials erlauben viele Interpretationsmöglichkeiten. Der Autor behandelt in seinem Buch eine dieser Möglichkeiten unter dem Namen Verlaufsanalyse. Er betont dabei ausdrücklich,
daß er nicht die, sondern eine Verlaufsanalyse behandelt, da sich mehrere Interpretationsformen an den Verlauf des Deutungsverhaltens knüpfen und darum Anspruch erheben können, Verlaufsanalyse genannt zu werden.
Die Verlaufsanalyse, auf die in diesem Buch eingegangen wird, gründet sich auf die psychoanalytische Theorie, und zwar insbesondere in demjenigen Teil, in dem die Neurosen behandelt werden. Diese Form der Interpretation beschränkt sich auf die klinische Diagnostik von Neurosen und kann nur im Hinblick auf die Protokolle von neurotischen Probanden sinnvoll angewendet werden.
Der Leser wird nicht mit neuen Bearbeitungstechniken konfrontiert, ebensowenig findet er in dieser Arbeit eine Anleitung für die Interpretation von Protokollen. Es ist das Ziel des Autors, dem Leser einen Eindruck von den Faktoren zu vermitteln, die bei seiner Interpretationsmethode für das Zusammensetzen eines differenzierten Rorschachbildes bedeutungsvoll sind. Er richtet sich daher vor allem auch an den klinischen Psychologen, der pit dem Rorschach-Test vertraut ist.
Das Buch beginnt mit einer Erörterung der Grundprinzipien der Testsituation. Sowohl was der Versuchsleiter als auch was der Proband und die Testtafeln zu ihr beitragen, wird dargestellt. Der Versuchsleiter gibt nicht nur die Instruktionen, sondern er spielt auch eine Rolle in der Übertragungsbeziehung, die vor allem durch den Probanden bestimmt wird. Letzterer bringt „sich selbst mit“ in die Testsituation und drückt den Antworten einen persönlichen Stempel auf. Auch die Tafeln stellen einen Teil der Testsituation dar, wobei darauf hingewiesen werden muß, daß nicht jede Tafel den gleichen Beitrag liefert, da die Freiheit des Deutens bei den einzelnen Tafeln verschieden groß ist.
Nach dieser die