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Der Autor hat die undankbare Aufgabe übernommen, 10 000 Protokolle des Münsterlinger Rorschach-Archivs hinsichtlich der Blutantworten auszuwerten.
Unterliegen die Deutungsinhalte an sich schon in erhöhtem Ausmaß aktualgenetischen, vor allem rollenpsychologischen Einflüssen, so gilt dies um so mehr von Inhalten, die als relativ peinlich erlebt werden (wie auch Künzler für sein Thema nachweist). Daraus resultiert ihre unzureichende Retest-Stabilität, die der diagnostischen Valenz im allgemeinen recht enge Grenzen setzt.
So verlegt sich Künzler vor allem auf die differenzierende Kategorisierung der Blutantworten, wie auch auf die lebensgeschichtliche Erhellung ihrer möglichen Bedeutungen an Hand vieler Einzelfälle. Es wird klar, daß die Polyvalenz ihrer Symptomwerte zu einer zusätzlichen Exploration bei jedem Protokoll nötigt und keine blinddiagnostischen Aussagen gestattet.
Im statistischen Teil vermißt man Signifikanzberechnungen, vor allem bei den Beziehungen der Blutdeutung zu anderen Rorschach-Zeichen.