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Der Autor gibt in diesem Buch einen speziellen Beitrag zum Verständnis der Entstehung kindlicher Neurosen auf dem Hintergrund der affektiven Eltern-Kind-Beziehung. Zunächst gibt er einen kritischen Überblick über die Vorstellungsmodelle der tiefenpsychologischen Systeme und über zahlreiche gründliche Untersuchungen behaviouristischer Art, welche die spezifischen elterlichen Einflüsse auf die kindliche Neurosengenese zu erfassen suchen. Die bekanntesten neueren Anschauungen über traumatisch wirkende elterliche Charakteristika, Maßnahmen und allgemeine Verhaltensweisen werden erörtert.
Es werden knapp skizzierende Hinweise gegeben auf die Resultate der Arbeiten der amerikanischen Kulturanthropologie, der Zwillingsforschung und der Arbeiten über Hospitalismus, welche Interesse weckten für die Rolle sozialer Faktoren im Fall der kindlichen Neurosenbildung. Für das Verständnis des Zusammenhangs zwischen affektiven Einstellungen der Eltern und unterschiedlichen sozialen Situationen werden Ergebnisse der soziologischen und sozialpsychologischen Forschung herangezogen (Adorno, Horkheimer, R. König, Mitscherlich, Schelsky, Wurzbacher).
Die gängigen wissenschaftlichen Modelle, mit denen schädliche Wirkungen elterlicher Einstellungen und Praktiken beschrieben werden, befriedigen den Autor nicht. Er schätzt den Nutzen von Kurzformeln zur Charakterisierung schädlicher Einseitigkeiten und Übertreibungen—wie Härte, Verwöhnung, lax, rigoristisch, Overprotection, Rejection—gering ein. Sie können niemals eine präzise, gründliche Beschreibung, wie die Eltern mit dem Kind wirklich umgehen, entbehrlich machen. Ein Verständnis der elterlichen Haltungen und Praktiken, welche die kindlichen Triebe hemmen oder stimulieren, die kindliche Abwehr steigern oder mildern, ist nur möglich, wenn die Tatbestände der unbewußten elterlichen Motive und Phantasien erfaßt werden.
Der Autor steht auf dem Boden der psychoanalytischen Grundauffassungen S. Freuds und der Ergebnisse zahlreicher älterer und neuer