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Die fortschreitende Umwandlung der ehemaligen ständischen Handwerkerund Bauernkultur in die Industriekultur moderner Großgesellschaften nimmt in zunehmendem Maße den Phasen des menschlichen Lebens die fließenden Übergänge. Sie verlangt heute plötzliche Umstellungen, wo früher eine langsame Anpassung möglich war. Den Anforderungen solch plötzlicher Umstellungen—besonders beim Eintritt in das Berufsleben und beim Ausscheiden aus ihm—sind viele jedoch nicht ohne Vorbereitung gewachsen. Die anthropologischen Wissenschaften werden immer mehr gezwungen, sich mit den Krisenzeiten des menschlichen Lebens zu beschäftigen.
Der Jugend, jener Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenleben, gilt das Interesse verschiedener Disziplinen. Nota bene: dem Alter wird weit weniger Aufmerksamkeit zugewandt. Das mag zwar einer gesellschaftlichen Ökonomie entsprechen, spricht aber nicht gerade für die Humanität unserer Zeit. Wir möchten uns im folgenden mit drei Veröffentlichungen beschäftigen, in denen sich ein Soziologe, ein Pädagoge und ein Tiefenpsychologe die Jugend, insbesondere die Jugenderziehung“, zum Thema genommen haben.
Schelskys „Skeptische Generation“ wurde bereits vor mehreren Jahren anläßlich der Herausgabe der 2. Auflage den Lesern der Psyche vorgestellt (siehe Besprechung von G. Stammler, Psyche XIV, S. 864). Sie erscheint jetzt als „modernes Sachbuch“ in einer gegenüber dem Original nur unwesentlich gekürzten Fassung zu einem verbilligten Preis. Die „Kürzungen betreffen vor allem statistische Tabellen, allzu umfassende belegende Zitate aus fremden Quellen und mehrere heute als überflüssig anzusehende wissenschaftliche Auseinandersetzungen“. Das Schicksal und die Bedeutung des Buches rechtfertigen eine nochmalige Beschäftigung mit dieser „Soziologie der deutschen Jugend“.
Der von Schelsky geprägte Begriff der „skeptischen Generation“ hat das Schicksal eines—gerade in dieser Untersuchung vom Verf. selbst so treffend beschriebenen—Gebrauchsartikels in einer Konsumgesellschaft e