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Die Kriminologie als die Wissenschaft von der Häufigkeit, den Erscheinungsformen und den Ursachen strafbarer Rechtsbrüche sowie ihrer repressiven, präventiven Behandlung ist in den Vereinigten Staaten weiter entwickelt als in jedem anderen Land in der Welt. Die Bedeutung der Übersetzung des vorliegenden Werkes des hervorragenden Forscherehepaares für die deutsche Sozialwissenschaft kann kaum überschätzt werden. Das Buch ist eine vereinfachte Darstellung der Ergebnisse, die eine Untersuchung über die Rückfallkriminalität ergeben hat. In einer amerikanischen Besprechung über die Forschungsergebnisse: „Es steht außer Zweifel, daß dieses Werk mehr Aufsehen erregt hat, mehr besprochen und diskutiert worden ist, als irgendein anderes seit dem Krieg und überhaupt in den USA erschienenes Werk über die Kriminalität.“ Die wissenschaftlichen Grundlagen basieren auf einer Gegenüberstellung von 500 Rückfallverbrechern mit 500 Nichtkriminellen. Die weit angelegte und tief schürfende Studie hat Hunderte von Faktoren von vielen Aspekten her geprüft. Knotenpunkte der Untersuchungen sind der familiäre und persönliche Hintergrund, körperliche Beschaffenheit, Gesundheit, Intelligenz, Temperament und Charakterzüge. Insgesamt werden von jedem der 1000 Probanden 402 Faktoren erhoben. Die Untersuchung leitet in ihrer Art eine neue Form wissenschaftlicher Teamarbeit ein. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, daß eine Vielzahl spezifischer Faktoren den Rückfallverbrecher von den Gesetzestreuen unterscheiden läßt. Wenn auch erst durch die Analyse des einzelnen Falles eine Aussage über das Zusammenwirken der spezifischen Faktoren gemacht werden kann, so sei doch auf ein Axiom hingewiesen: „Die Entscheidung, ob jemand zum Verbrecher wird oder nicht, hängt wesentlich von der Strukturierung der ganzen Persönlichkeit und des ganzen Charakters ab, der in den ersten Lebensjahren geprägt wird.“