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Wenn man eine Erkenntnis als Wissenschaft darstellen will, so muß man zuvor das Unterscheidende, was sie mit keiner anderen gemein hat und was ihr also eigentümlich ist, genau bestimmen können; widrigenfalls die Grenzen aller Wissenschaften ineinanderlaufen, und keine derselben ihrer Natur nach gründlich abgehandelt werden kann. Kant, Prolegomena
In drei Arbeiten will ich versuchen, etwas zum Thema der Kategorienlehre der Psychologie und Psychopathologie beizutragen. Wissenschaft ist auf das Erfassen der Wirklichkeit gerichtet, Kategorien sind Ordnungsformen, deren sich das Denken bedient. In diesen Ordnungsformen werden fundamentale Eigenschaften, Merkmale der Wirklichkeit gedacht und erkannt.
In der ersten, hier vorliegenden Arbeit will ich darstellen, daß für das Psychische Motivationszusammenhänge im zeitlichen Ablauf der Lebensgeschichte wesentlich sind. Das ist nicht die einzige Kategorie des Psychischen, aber eine sehr bedeutsame. Wir erfahren etwas über Motivzusammenhänge durch einen Erkenntnisprozeß, den wir Verstehen oder Begreifen nennen.
In einer Arbeit über Dilthey wird dann der Zusammenhang zwischen verstehender Psychologie und Psychoanalyse näher erläutert werden. Zuvor sei erwähnt, daß es mir nicht nur aus historischem Interesse daran liegt, die Aufmerksamkeit noch einmal auf die verstehende Psychologie zu lenken. Es geht mir vielmehr um das Problem, welches die fundamentalen Kategorien der psychoanalytischen Psychologie sind. Eine Beantwortung dieser Frage erscheint mir für die weitere Entwicklung der psychoanalytischen Theorie besonders wichtig.
In einem dritten Beitrag soll gezeigt werden, daß die psychologischen Kategorien mit biologischen und soziologischen verwandt sind. Der Anpassungsbegriff, durch H. Hartmann in die Psychoanalyse eingeführt, verbindet sie, und E. H. Erikson hat die aus diesem Gesichtspunkt sich ergebenden Folgerungen weiter ausgearbeitet.
Viele psychologische Abhandlungen sind für den Leser deshalb eine Enttäuschung, wei