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Zur Rechtfertigung dieses Artikels sei zu Beginn auf einige Gesichtspunkte hingewiesen, welche es nahelegen, daß zu den allgemein bekannten, hier nicht zu behandelnden pathologisch-anatomischen und physiologischen Gesichtspunkten und Befunden noch eine Reihe unbekannter Faktoren hinzukommen müssen, damit das klinische Bild des Morbus Parkinson entsteht. Unter diesen mögen psychische Faktoren eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.
Bereits die Arbeiten Vogts wiesen darauf hin, daß zwischen dem Ausmaß der pathologisch-anatomischen Veränderungen und dem klinischen Bilde des Morbus Parkinson keine direkte Korrelation bestehe, und Hadfield (5) fand bei ca. 60% der Hirnsektionen von über Dreißigjährigen degenerative Veränderungen im Pallidum, ohne daß klinische Ausfallserscheinungen im Leben vorhanden gewesen sind.
Die Erfahrung, daß eine Parkinsonsche Erkrankung sich im Anschluß an seelische Erschütterungen entwickelt respektive verschlechtert, wird von vielen Autoren berichtet. So wies O. Förster schon 1921 darauf hin, „daß sich gelegentlich im Anschluß an heftige gemütliche Alterationen das ganze Krankheitsbild der paralysis agitans schnell entwickelt“.
Als auslösende seelische Erschütterungen wurden wirtschaftliche Zusammenbrüche, Tod nahestehender Menschen, körperliche Erkrankungen und dergleichen mehr berichtet. A. Hauptmann stellte 1922 auf Grund eingehender Explorationen Parkinsonkranker fest, daß es sich im Grunde nicht um eine motorische Antriebsstörung, sondern um eine Störung des Affektlebens handle.
H. Jacob (7) versucht in einer ausführlichen Monographie, Einblick in die „psychologischen Erlebnisbefunde“ der Parkinsonkranken zu gewinnen. Er verwendet im wesentlichen Selbstschilderungen von Kranken und stützt sich auf zahlreiche Beobachtungen psychologischer Art, die in den letzten Jahrzehnten publiziert wurden. Es erweist sich, daß Selbsttäuschungen, Fehldeutungen, Störungen der Antriebsmechanismen und der Motivbildung in reichem Maße zu finden sind.
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