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Seit rund dreißig Jahren finden wir in der Literatur Beschreibungen über Beziehungen der Colitis ulcerosa zu dem seelischen Erleben und der Persönlichkeitsstruktur dieser Kranken. So haben z. B. Cecil D. Murray (22), Sullivan (29), Wittkower (33) und van der Heide (18) zwischen 1930 und 1938 beobachtet, daß alle ihre Colitispatienten emotionelle Konflikte hatten, die dem Ausbruch der Krankheit vorausgingen. Nach dem zweiten Weltkrieg hat dann der holländische Internist Groen (14) eine sehr subtile Zusammenstellung der Persönlichkeitsmerkmale, der Lebenskonflikte und der besonderen Weise des Scheiterns dieser Kranken veröffentlichte Die Therapie betreffend, ist seit den 40er Jahren durch den Lübecker Internisten Fr. Curtius und Mitarbeiter (4, 5, 6) wiederholt auf den Wert einer entspannenden Psychotherapie aufmerksam gemacht worden, und jüngst hat er in einer Monographie die Erfolge seiner Klinik mit Hypnose, Autogenem Training und Gesprächen mit den Patienten dargestellt. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei nur am Rande erwähnt, daß die schwere Erkrankung selbstverständlich außer der Psychotherapie alle notwendigen medikamentösen, diätetischen und anderen konservativen Heilmaßnahmen fordert. Auf die Ergebnisse psychosomatischer oder auch speziell psychoanalytischer Arbeiten und Falldarstellungen zum Problem der ulcerativen Colitis wird im weiteren wiederholt Bezug genommen (3, 7, 8, 10, 20); vorweg sei nur auf die intensive Beschäftigung von Melitta Sperling (24, 25, 26, 27) mit diesem Krankheitsbild hingewiesen, die in mehreren Arbeiten über psychoanalytisch behandelte Colitiskranke ihren Niederschlag fand und wichtige Einblicke in die unbewußte psychische Dynamik dieser Patienten ermöglichte. Weinstock () hat über die Psychoanalyse und Katamnese von 28 Colitispatienten berichtet (30).
Die Schwere des körperlichen Krankheitsbildes führt die Kranken meist zum Internisten oder zum Chirurgen; der Psychotherapie gegenüber herrscht vielfach angesichts der dramatischen