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Nach ihrer ursprünglichen Konzeption war die analytische Situation gekennzeichnet durch gleichzeitige Anwesenheit des Patienten als Beobachtungsgegenstand und des Analytikers als distanzierter, objektiver, emotional am Objekt weder beteiligter noch zu beteiligender Beobachter: Ein „Spiegel-Analytiker“, der um so eher in der Lage war, die beobachtbaren unbewußten Inhalte dem Bewußtsein des Patienten zu „reflektieren“, je mehr er „emotionaler Neutralität“ gegenüber eben diesen Inhalten fähig war. Die therapeutische Wirkung bestand nach dieser Konzeption in der von der Psychoanalyse dem Arzt vermittelten Fähigkeit, die unbewußten (verdrängten, daher pathogenen) Inhalte des Patienten festzustellen und sie. bewußt (d. h. nicht mehr pathogen) zu machen. Um diese Wirkung zu erreichen, betrachtete man emotionale Neutralität als technische Grundregel, die der Analytiker einzuhalten hatte, während vom Patienten die Befolgung einer anderen Grundregel, derjenigen des freien Assoziierens, verlangt wurde. Bei dieser Art „Patt“ willigte der Patient ein, sich in die für den Analytiker optimalen Beobachtungsbedingungen zu bequemen, was für ihn die weitere Bedingung beinhaltete, das Verhalten des Analytikers nicht beobachten zu dürfen (ausgestreckt liegende Haltung, der Analytiker im Rücken sitzend). Praktisch willigte der Patient ein, sich in die Bedingungen eines bloßen Forschungsobjekts zu versetzen.
Die analytische Situation hat stets diesen eigentümlichen Charakter einer „Forschungssituation“ beibehalten — sie tut es noch heute —, der sie auf eine von der einfachen methodischen Applikation grundverschiedene Ebene versetzt2. Es ist jedoch nicht zu bezweifeln, daß die auf solche Situation bezogenen Konzeptionen allmählich tiefgreifende, radikale Umwandlungen erfuhren. Von der Vorstellung des Spiegel-Analytikers sind wir mit graduellen Übergängen zu der heute gültigen des emotional an der analytischen Situation voll engagierten Arztes gelangt. Auf die V