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Diese im März 1942 in der New Yorker Psychoanalytischen Gesellschaft vorgetragene Arbeit beschäftigt sich mit einem Thema, das noch heute aktuell erscheint oder erst eigentlich aktuell geworden ist. Die aus der technischen Entwicklung erwachsende Angst, die in der Neurose der Patienten eine solche Rolle spielte, ist durch die inzwischen erfolgte Entwicklung der Kernphysik und der Atom- und der Wasserstoffbombe in das allgemeine Bewußtsein getreten. Der Angst des neurotischen Patienten, die Kontrolle über seine Impulse zu verlieren, entspricht die allgemein gewordene Angst der Gesellschaft, keine Kontrolle über die selbstgeschaffenen Kräfte mehr zu haben und von ihnen überwältigt zu werden. Die Frage des Zusammenhanges zwischen Kindheitsängsten und -neurosen und neurotischer oder gesunder Entwicklung des Erwachsenen, der Lösungen für seine Konflikte nur innerhalb seiner Kultur suchen kann, wird im Laufe des industriellen und technologischen Fortschrittes von immer größerer Bedeutung.
Die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Problemen der Psychoanalyse und denen der Kultur sind in psychoanalytischen Kreisen oft erörtert worden. Es ist dies ein Gegenstand, der nicht leicht zu behandeln ist, da unsere kulturellen Haltungen und Wertungen größtenteils durch mächtige, unbewußte Motive bestimmt werden. Sie sind weitgehend verhüllt und nicht leicht aufzudecken, sowohl in uns selbst wie in unseren Patienten. Gleichwohl werfen die Neurosen unserer Patienten, wie auch die Struktur der Persönlichkeit des normalen Menschen, mehr und mehr Fragen auf, welche allgemeine Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft reflektieren. Diese Probleme manifestieren sich in gewissen psychologischen Reaktionen, die typisch für unsere Zeit zu sein scheinen. Der Unterschied zwischen dem Inhalt der Neurosen der Gegenwart und denjenigen, die Freud in seinen früheren Werken beschrieben hat, ist wiederholt bemerkt worden. Da sich die biologische Grundlage, die Triebstruktur der Menschheit,