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Wie unbekannt das Gebiet der Gruppentherapie im deutschsprachigen Raum noch ist, zeigt das vorliegende Buch. Der Verf. spricht aus klinischer Erfahrung als Psychiater und aus einer warmen Aufgeschlossenheit für Psychotherapie. Er verwendet viel Sorgfalt darauf zu zeigen, daß Psychotherapie in Gruppen keine unzulässige Kollektivierung darstellt, vielmehr den Kranken als „ganze Person“ erst zu seinem vollen Recht kommen läßt.
Die „sozialpsychologischen Grundlagen“ (1. Teil) orientieren sich, was die Masse anbetrifft, an Le Bon; zur Charakterisierung der Gruppe werden auch neuere sozialpsychologische Begriffe wie z. B. der der Interaktion (Hartley und Hartley) herangezogen.
Bei der von Battegay in vielen Beispielen anschaulich vorgeführten Methode handelt es sich um eine Psychotherapie in der Gruppe. So wird zu Beginn eine affektiv stimulierende Geschichte vorgelesen, woran die Patienten dann anknüpfen können. Der Therapeut gibt mehr oder weniger steuernde Hinweise. Die Gruppe soll den Patienten vor allem ein intensiviertes affektives Klima bieten, sie erhalten Zuwendung und Resonanz von mehreren Seiten und kommen so zu besseren Resozialisierungsmöglichkeiten.
Trotz flüssigen Gebrauches psychoanalytischer Terminologie werden die eigentlich analytischen Probleme der Gruppenbehandlung kaum gesehen. Auch die Diskussion von Indikation und Zusammensetzung ist ziemlich allgemein gehalten und enthält psychodynamische Erwägungen nur im Rahmen nosologischer Typisierung.
Es soll dem Verf. damit kein Vorwurf gemacht werden. Seine am Schluß gegebenen Vorschläge, Gruppenpsychologie auf die Struktur psychiatrischer Spitäler anzuwenden, verdeutlichen zwingend, daß erst einmal eine Plattform geschaffen werden muß, auf der Gruppendynamik überhaupt erkennbar wird.