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Hier liegt der faszinierende Bericht eines eigenwilligen Therapeuten und Psychologen über seine psychoanalytischen Behandlungen vor. Seine Patienten haben im Laufe der analytischen Therapie eine aufsehenerregende, nicht nur seelische, sondern auch somatische Entwicklung genommen. Verf. versteht es, dabei zu unterscheiden, welche Körpersensationen der alten Symptomatik angehören und welche Teil einer Neuorientierung, einer nachgeholten Entwicklung sind. Insbesondere sieht er im Auftreten von Kopfschmerzen (die auch Engel im Falle von Colitis als progressive Tendenz beobachtete) ein Signal für das Freiwerden neuer Kräfte, die einen voranschreitenden Entwicklungsprozeß charakterisieren.
Kent entwickelt anhand seiner Erfahrungen die Vorstellung und den Begriff einer foetalen Wachstumsenergie. Dieser Begriff kann als Terminus brauchbar sein, wenn damit nur die in der Behandlung freiwerdenden Kräfte bezeichnet werden, welche den therapeutischen Entwicklungsprozeß unterhalten, Jedoch kann die Theorie Kents, der einen embryonalen Organisator postuliert, nicht überzeugen. Wenn darunter nicht mehr zu verstehen ist als jene Willenskraft, die überall in der Natur den Ausgleich von Differenzierung und Integrierung unterhält, das Wachstum von der Zelle zum Organismus zuwege bringt und diesen Organismus gegen die zum Tode führenden Zerfallskräfte in seinen Funktionen verteidigt, dann ist diese Theorie allerdings nichts anderes als Freuds Libido-Theorie.
Konsequenterweise sieht Verf. diesen Organisator als Gegenkraft gegen die Selbstzerstörung an. Es läßt sich aus den Falldarstellungen leicht erkennen, daß es des öfteren lediglich libidinöse Kräfte sind, welche in der Therapie frei werden. Das zeigt sich bei den schwer gestörten Patienten anfangs in primitiven prägenitalen Bedürfnisspannungen und später in genitalen Triebregungen. Andererseits findet man bei kritischer Betrachtung, daß ebenso häufig aggressive Impulse freigesetzt werden (auf S. 45 z. B. vom Verf. selbst vermerkt). Sc