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Der Verf., Mitarbeiter an der psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Zürich, möchte in seinem Buch als Angehöriger der Adlerschen Schule eine Einführung in die Individualpsychologie und eine Anregung, sich mit den Werken Adlers zu beschäftigen, geben.
In sieben Kapiteln werden: Die theoretischen Grundlagen der Individualpsychologie, Wege zur Erforschung der menschlichen Persönlichkeit, Individualpsychologische Erziehungslehre, Individualpsychologische Charakterkunde, Individualpsychologische Psychopathologie, Individualpsychologische Psychotherapie und Individualpsychologie und Literatur abgehandelt.
Sicher ist es schwierig und leicht zu Mißverständnis führend, wenn das Gedankengebäude einer ganzen Lehre in wenigen Seiten deutlich werden soll. Unglücklich erscheint es der Ref. darüber hinaus, daß das Buch allzusehr auf einer Auseinandersetzung mit Freud aufgebaut ist, wobei Äußerungen Freuds summarisch beurteilt oder mißverständlich interpretiert werden. Dadurch kommt die eigentliche Absicht des Verf., den Leser sachlich mit den Grundlagen und der Technik Adlerscher Individualpsychologie vertraut zu machen, fast zu kurz.
Trotz allem erscheint es verdienstvoll, daß der Verf. sich für die Gedanken Adlers einsetzt und an seine Beiträge wie Organminderwertigkeit, Minderwertigkeitsgefühl und -komplex, Gemeinschaftsgefühl u. a. erinnert, die allen, die mit neurotischen Kranken zu tun haben, nützlich sein können.
Am Rande sei darauf verwiesen, daß gerade die als so positiv hervorgehobene finale Auffassung, die sich z. B. auch in der Traumdeutung ausdrückt, eine Grenzverwischung darstellt, der Spekulation alle Möglichkeiten einräumt, wie auch der Verf. vom „Erraten des geheimen Zieles des Menschen“ u. a. spricht. Freuds kritischer Einstellung und Ablehnung der „Finalität“ ist es zu verdanken, daß die Psychoanalyse eine wissenschaftliche Methode wurde, die lehrbar und reproduzierbar ist; allerdings kam es gerade auch an der Auseinandersetzung zwischen „Kausalität“ und „Finali