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Das vorliegende Buch ist Hans Bürger-Prinz zum 65. Geburtstag gewidmet. Es enthält zwanzig kleinere Abhandlungen aus Grenzbereichen der Psychiatrie. Vor allem werden soziologische, sozialpsychologische und sozialpsychiatrische Themen behandelt. Jedoch finden sich auch Beiträge mit tiefenpsychologischer (V.-E. v. Gebsattel) und speziell psychiatrischer Thematik.
Aus dem soziologischen Bereich ist zunächst eine Arbeit von A. Gehlen erwähnenswert, in der ein historischer Überblick über die Institution des Asyls und der Asylgewährung gegeben wird. Fernerhin ist auf einen Beitrag von H. Schelsky über das Problem des Nonkonformismus bei D. Riesman („Die einsame Masse“; „Individualism Reconsidered“) zu verweisen. Der Verf. stimmt Riesman zu, wenn dieser eine Autonomie der Person nur unter folgenden Bedingungen für möglich hält:
der Wille zur seelischen und sozialen Einsamkeit;
„die Kraft zum Scheitern“ („the Nerve of Failure“);
die Dominanz der moralischen Utopie.
Im Gegensatz zu Riesman hält er es jedoch für sehr fraglich, „ob gerade die soziale Gruppe der Intellektuellen der geeignete Ansatzpunkt für eine derartige Forderung nach Autonomie oder Widerspruch gegenüber den konformistischen Tendenzen unserer Zeit ist und ob gerade der vom Intellektualismus her verstandene Individualismus noch die Chance einer Neugeburt des utopisch-außenseiterischen Denkens bietet“. Zur Begründung führt er an, daß Intellektuelle nicht den Willen zur seelischen und sozialen Einsamkeit aufbringen und nicht auf die Kommunikations- und Sozialbestätigung als Voraussetzung seelischer Sicherheit verzichten können. Denn ein solches Alleinsein würde Schweigenkönnen heißen, und zwar Schweigen zur Stärkung der seelischen Sicherheit. Intellektuelle seien jedoch dem Reden, Diskutieren und Publizieren verhaftet und würden daher als Gruppe eine der Grundlagen der modernen, westlichen Gesellschaft und somit eine system- und staatstragende Klasse mit sozialen Pflichten und sozialer Verantwortung darstellen. Auch