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Die Verfasser gehen in ihrer sorgfältigen Studie dem bekannten Phänomen nach, daß psychotische Erkrankungen bei italienischen Patienten aus traditionellem Milieu anders aussehen, als wir es von unseren einheimischen Kranken gewöhnt sind. Sie zeigen an Hand von elf eigenen Krankengeschichten süditalienischer Gastarbeiter, die in der deutschsprachigen Schweiz akut oder schleichend Wahnerkrankungen entwickelten, daß die Wahnbildungen vollständig der magischen Welt entnommen sind, aus der die Patienten stammen. Diese Süditaliener waren außerstande, das rationalistische Milieu des Gastlandes zu verstehen. Das führte allgemein — und besonders in der Beziehung der Geschlechter zueinander — zu ständigen Mißverständnissen und Ambivalenzkonflikten, die zur Auslösung der Psychosen beitrugen. Die Symptomatologie war von charakteristischer Einheitlichkeit, wobei ein bestimmter Verhexungswahn im Zentrum stand. Wesentlich ist, daß die Wahnkranken von ihren Angehörigen in Süditalien mühelos verstanden werden können, da dort Verhexung derselben Art zu den „Realitäten“ des Lebens zählt. In bemerkenswertem Unterschied zu mitteleuropäischen Wahnkranken tritt für diese Gastarbeiter kein Bruch zwischen der Wahngewißheit und den Auffassungen ihrer heimatlichen Umwelt ein. Die Erkrankung beeinträchtigt also in keiner Weise den Kontakt mit den Angehörigen; im Gegenteil, sie stehen ihren Kranken noch mit den bewährten Mitteln des Gegenzaubers bei. Ausführlich werden die magische Welt Süditaliens und die Vorstellungen, die man dort von dem hat, was wir als seelische Erkrankung verstehen,