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Zum 80. Geburtstage von Jaspers hat der Verlag die psychopathologischen „Jugendarbeiten“ des Jubilars in einem Band gesammelt herausgegeben, und dafür wird jedermann nur dankbar sein können. Es sind die großen, in wohl nur noch in Bibliotheken vorhandenen Zeitschriften erschienenen, im besten Sinne bereits klassisch gewordenen Abhandlungen, in welchen Jaspers jene Kategorien — „Entwicklung“ und „Prozeß“, „verständliche“ und „kausale“ Zusammenhänge, „Leibhaftigkeit“ und „Bildhaftigkeit“ — am empirischen Material exemplifizierend herausgearbeitet hat, die für seine „Allgemeine Psychopathologie“ maßgebend geworden sind. Daß diese Kategorien in einem weiteren Umfange, als Jaspers selbst einräumen wollte, gewissermaßen relativiert worden sind, spricht so wenig gegen ihre Brauchbarkeit wie die begrenzte Gültigkeit des methodologischen Gesichtspunktes in der allgemeinen Psychopathologie. Vielleicht hat die letztere die schon in den frühen Abhandlungen angelegte Gefahr der von den methodologischen Aspekten bedingten Aufsplitterung des in sich einheitlichen Gegenstandes, d. h. des abnorm und psychotisch erlebenden und sich verhaltenden Menschen, nicht ganz vermeiden können. Und das mag ein Grund sein, der es begreiflich macht, weshalb Jaspers den gerade auf die Bewahrung jener Einheitlichkeit abzielenden psychoanalytischen und daseinsanalytisch-anthropologischen Bemühungen innerhalb der Psychopathologie nicht mehr folgen konnte, obwohl sein „phänomenologisches“ Vorgehen die letzteren mitermöglicht hat.