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Die besondere Qualität dieses Buches liegt, wenn man es mit den längst vergriffenen, bereits vor Jahrzehnten erschienenen deutschsprachigen Büchern zum gleichen Thema—etwa von F. Mohr , O. Schwarz , E. Wittkower — oder den gängigen amerikanischen Einführungen in die psychosomatische Medizin von Alexander, Weiβ und English vergleicht, darin, daß von Uexküll seine Grundfragen mit einem Problembewußtsein stellt, das die unüberschaubar gewordene Literatur auf das Wesentliche reduziert.
Eine nüchterne, Operationale Definition, der zufolge Begriffe in der Medizin Werkzeuge sind, die sich im praktischen Umgang mit den konkreten Aufgaben des Arztes bewähren müssen, bestimmt den immer sachbezogenen Gang der Darstellung. Die Phänomene und Symptome, mit denen es der Arzt täglich zu tun hat, zwingen ihn, diagnostische Einheiten zu bilden und therapeutisch zu handeln. Es erhebt sich die Frage, ob sich andere als die traditionellen Einteilungsprinzipien anbieten, wenn man die Zweiteilung von Körper und Seele auf das zurückführt, was sie innerhalb der Medizin wirklich bedeuten. Mit diesem Ziel wird im ersten Kapitel die Stellung der psychosomatischen Medizin in der Heilkunde umrissen. Ausgliederung und Wiederentdeckung der „Seele“ in der jüngeren Medizingeschichte werden verständlich gemacht. Es versteht sich von selbst, daß hierbei jene Entwicklungen der Inneren Medizin beschrieben werden, die sich mit den Namen L. Krehls, G. von Bergmanns und V. von Weizsäckers verbinden. Auch der mit der Entstehung der psychosomatischen Medizin vertraute Leser wird diesen Abschnitt des Buches besonders deshalb