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„Das Thema dieses Buches ist einfach. Es besagt, daß das Fach der Soziologie schließlich erwachsen wurde und nahezu den Rang einer Wissenschaft erreicht hat.“ So leitet der englische Soziologe John Madge sein Buch über die Ursprünge wissenschaftlicher Soziologie ein. Dem Werk liegt eine Vorlesungsreihe über die Entwicklung der empirischen Soziologie zugrunde, die Madge als Gastprofessor in den USA gehalten hat. Der Leser kann nun erwarten, daß die Studie das gegebene Versprechen einlöst, von der Soziologie den Zustand des Erwachsenseins darstellt und ihren Rang als Wissenschaft bezeugt. Madge versucht dies, indem er die großen empirischen soziologischen Untersuchungen, die seit 1890 vorgenommen wurden, zusammenfaßt. Für ihn ist die „reife Wissenschaft“ offenbar dadurch charakterisiert, daß sie „verfeinerte und systematische Methoden der Datensammlung, passende analytische Werkzeuge und ein angemessenes Begriffssystem“ besitzt. Die soziologische Theorie findet in diesem Rahmen keine Erwähnung.
Auswahlkriterium für die dargestellten Untersuchungen war, daß „Wissenschaft sich nicht nur damit befaßt, Kenntnisse zu vermitteln, sondern auch etwas damit anzufangen“. Sie sollten ferner einen wesentlichen Beitrag zu drei Aspekten liefern: zur Forschungs-technik, zu den Ideen (Theorie?), zum Verständnis und zur Kontrolle sozialer Probleme. Der Autor wählte folgende Arbeiten aus und faßte sie in Kapiteln von jeweils etwa 40 Seiten zusammen:
Selbstmord (Durkheim); The Polish Peasant (Thomas und Znaniecki); die empirischen Untersuchungen der soziologischen Fakultät der Universität von Chikago unter Park, vor allem „the Gold Coast and the Slum“ (Zorbaugh);