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Zu den Neuentdeckungen des wissenschaftlichen Geistes, die zu fruchtbaren Anregungen und Weiterentwicklungen der verschiedensten Disziplinen führen, ja zu gänzlich neuen Sehweisen und Erklärungsmöglichkeiten, neuen Modellvorstellungen Anregung geben, gehört das junge Gebiet der Informations- und Kommunikationstheorie. Langer stieß bei seiner Bemühung, die Voraussetzungen für den Entwurf einer experimentellen Psychopathologie zu erarbeiten, auf dieses vielversprechende Gebiet.
„‚Kybernetisches‘ Denken in Psychologie und Biologie ist — wie schon eine kursorische historische Betrachtung zeigt — kein Resultat der Verwendung technischer Begriffe zur Beschreibung von Sachverhalten dieser Wissenschaften, sondern in diesen von jeher eigenständig vollzogen worden. Es geht jetzt um die Möglichkeiten der Befruchtung und Differenzierung dieses Denkens durch die Ergebnisse der weitreichenden und raschen Entwicklung moderner Nachrichten- und Regeltechnik. Es ist ein Anliegen dieser Arbeit, deutlich werden zu lassen, wie wenig es sich hierbei um die Aufstellung primitiver Analogien zwischen Verhalten oder Struktur der Automaten einerseits und Verhalten oder Struktur (des Nervensystems) von Lebewesen andererseits handelt. Wir sehen vielmehr immer wieder, daß aus der Informationstheorie komplexer nachrichtenverarbeitender Systeme nicht nur Gesichtspunkte zur Klärung methodischer Grundprobleme, sondern auch Möglichkeiten zur Entwicklung differenzierter Modellvorstellungen im experimentellen Erkenntnisprozeß erwachsen, die sich in erster Linie durch ihre heuristische Fruchtbarkeit legitimieren.“
Der Autor unterrichtet den Leser in gründlicher Weise über die Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten der Informationstheorie in der Psychologie. Es „interessieren hier vornehmlich diejenigen kommunikativen Beziehungen, die das Lebewesen zu seiner Umwelt durch Informationsverarbeitung stiftet und aufrechterhält“. Wie überall, wo ein Wissensgebiet neu erarbeitet werden muß, darf man nicht auf ein