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Arbeitsgestaltung und Arbeitsbewertung gehören zu den schwierigsten Aufgaben der Betriebspraxis; damit hängt auch die Bemessung des Lohnes zusammen — bekanntlich ein Problem, das für den arbeitenden Menschen von größter Bedeutung ist und das in jeder Arbeitsstätte als „heißes Eisen“ gilt. Da hierbei so viele irrationale Kräfte wirksam sind, dürfte es wohl kaum möglich sein, für die speziellen Arbeitsleistungen jemals einen Lohn zu finden, der von allen in diesen Schaffensprozessen Wirkenden als „gerecht“ erachtet wird. Um so wichtiger, daß die Wissenschaft sich bemüht, der Praxis bei der Lösung derart komplizierter Probleme behilflich zu sein.
Nachdem in den letzten Jahren verschiedene Untersuchungen über die körperliche Belastung des Menschen bei einzelnen Arbeitsvorgängen veröffentlicht worden sind — wobei Ermüdungsmessungen eine wesentliche Rolle spielten, unternimmt nun die vorliegende Forschung den beachtenswerten Versuch, bestimmte Verfahren zu entwickeln, mit deren Hilfe sich graduelle Unterschiede der psychischen Arbeitsbeanspruchung in der Industrie erfassen lassen. Diese Verfahren beruhen auf psychometrischer Skalierung der Angaben von Arbeitenden; sie sind aber auch durch exakte Messungen physiologischer Merkmale vor und nach der Arbeit sowie im Verlauf des Schaffens zustande gekommen.
Die Verfasser — sie gehören einer Forschergruppe der Universität Marburg an — weisen mit Recht darauf hin, daß psychische Ermüdung auch durch Persönlichkeitszüge, durch wechselnde Stimmungen und Gefühle, durch Interessen, Einstellungen, Tagesdispositionen, Muskelermüdung, Gesundheitszustand und anderes mehr bedingt ist. Berücksichtigt man weiterhin, wie sich beispielsweise ein sogenanntes „schlechtes Betriebsklima“ ermüdend auswirkt, so wird deutlich, wie schwer in diesem Forschungsbereich objektive Feststellungen zu erzielen sind.
Die betriebspraktische Anwendbarkeit der hier demonstrierten Verfahren ist in einem Hüttenwerk erprobt worden. Inwieweit diese Methoden auch in and