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Vor über vierzig Jahren hat Jaspers einmal geschrieben: „Was ‚unecht‘ sei, ist uns eines der zentralsten Probleme der Psychologie, das wir keineswegs gelöst, nicht einmal genügend klar formuliert haben“. Diese ins Schwarze treffenden Worte kamen mir in den Sinn, als ich das vorliegende Buch Stoffers zu lesen begann. Sein Titel — sofern man darin eine verbindliche Anzeige des Inhalts sehen darf — mußte hohe Erwartungen erwecken, zumal sein Verfasser von den zwei früheren Bearbeitungen des Themas durch Frost und Feldkeller mit Recht bemerkt, sie seien „wissenschaftlich überholt und wenig umfassend“. Stoffer selbst will sich zwar auch auf den „Kern“ der Echtheitsproblematik, „der in der Anthropologie liegt“, beschränken, und das wird ihm niemand verübeln, aber was er nun im ersten grundlegenden Teil („Grundfragen und Propädeutisches zur Echtheit“) — er ist, von einigen neueren Zusätzen abgesehen, bereits im „Jahrbuch f. Psychologie u. Psychotherapie“ 1957 erschienen — faktisch vorlegt, ist enttäuschend. Schon die Erörterungen im ersten Abschnitt („Echtheit als reines Phänomen“) halten sich an der Oberfläche, ermangeln des differenzierenden Sinnes, der in diesem gewiß schwierigen Problembereich unerläßlich sein dürfte. Zwar läßt sich nicht von vornherein sagen, ob eine