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137 Kinder im Vorschulalter wurden im Kindergarten aufgefordert, „eine Geschichte zu erzählen“. Von Kindern verschiedener Altersgruppen wurden insgesamt 360 Geschichten produziert, die in diesem Buch wiedergegeben sind. Das Gesehichtenerzählen wurde einem früheren Versuch, über die Kinder etwas mit Hilfe des CAT (Children Apperception Test) zu erfahren, vorgezogen, weil die 2—3jährigen auf die vorgehaltenen Bilder nur so reagierten, daß sie die Gegenstände benannten, aber keinesfalls eine Geschichte daraus gestalteten. Auf Grund der genau protokollierten Geschichten wird das „Ich“ und die „Phantasie“ in Beziehung gesetzt. Es erfolgt danach eine statistische Auswertung des großen Materials.
Es wird in diesem Buch also der Versuch unternommen, eine systematische Untersuchung von kindlichen Phantasien durch Geschichten, welche die Kinder spontan erzählten, vorzunehmen. Die Geschichten wurden unter verschiedenen Fragestellungen analysiert; neben den formalen Charakteristika wurden auch der Inhalt (z. B. bezüglich Alters- und Geschlechtsunterschied; Themen, die das Selbst betreffen; die Aggression; die Sozialisierung; das Erkennen und der Gebrauch des Unwirklichen), die psychosozialen Modalitäten, die dynamischen Themen und die Abwehrmechanismen untersucht.
Die Analyse und Interpretation dieser Kindergeschichten liefert einen wesentlichen Beitrag zu unserem Verständnis der Interessen und emotionalen Regungen von 2- bis 5jährigen. Der frei phantasierte Inhalt der Geschichten zeigt nicht nur eindeutige Alters-, sondern auch signifikante Geschlechtsunterschiede. Die Kinder, die diese Geschichten erzählt haben, stellen insofern eine besondere Auswahl dar und sind nicht repräsentativ für die durchschnittlichen amerikanischen Verhältnisse, als sie alle aus einer besonderen sozialen Gruppe stammten und fast alle überdurch-schnittlich intelligent waren.
Die Phantasie ist eine der geistigen Leistungen, mit denen der Mensch seine Adaptation im Leben bewältigt, mit ihrer Hilfe werden