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Mit dieser Studie wird im deutschsprachigen Raum erstmals eine Untersuchung über das Pjiänomen des Tagträumens vorgelegt. Der Verf. hat es verdienstvollerweise übernommen, die pädagogische, psychologische und tiefenpsychologische Literatur zu diesem Thema zusammenzustellen und zu diskutieren.
Psychopathologisch ist per definitionem ein Zustand gemeint, in dem sich der Tagträumer im Wachzustand und unter Wirkung einer inneren Realität befindet. Wenn auch der Tagträumer das Wissen um seine reale Situation für kurze Zeit verlieren kann, so findet er sich bei jeder geringfügigen Störung seines Tagtraumes sofort wieder in die Realität zurück.
Eine Analyse des Tagtraumes und des Typs des Träumers wird auf Grund eigener experimenteller Untersuchungen gegeben: von 540 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10—16 Jahren beiderlei Geschlechts wurden Aufsätze nach einer entsprechenden Instruktion gewonnen. Die Arbeiten durften anonym abgegeben werden.
Der Verf. untersucht die äußeren Umstände, die das Tagträumen begünstigen (Einsamkeit, Körpergefühle, Monotonie, Langeweile und Interesselosigkeit, Dämmerung; Naturerleben, Lektüre, Film etc.). Dem Einfluß auf die verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen, der Analyse „normaler Tagträume“, den positiven Funktionen des Tagtraumes und dem gefährlichen Hang zum Tagträumen werden je ein gesondertes Kapitel gewidmet.
Es werden differentialdiagnostische Abgrenzungen zwischen Psychopathie, Psychosen und Neurosen besprochen, da eine eindeutige Einordnung vom Symptom her nicht möglich und Tagträume als Monosymptomatik vergleichsweise selten sind. Bei der Diskussion der Möglichkeiten einer heilpädagogischen Beeinflussung herrschen die theoretischen Konzeptionen der heilpädagogischen Psychologie von P. Moor vor.