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Die Verfn. hat sich der schwierigen Aufgabe unterzogen, das umfangreiche deutsche psychotherapeutische Schrifttum zu verarbeiten und für die protestantische Seelsorge zu verwerten. Sie verfügt über ein breites, fundiertes Wissen und vermittelt viele praktische Ratschläge für den Umgang mit den Mitmenschen. Insbesondere stellt sie immer wieder eindringlich heraus, wie auch der Seelsorger sich in das neurotische Agieren eines Betreuten verstricken und die Situation durch Reagieren statt distanziertes Verstehen (oder Deuten) verschlechtern kann.
Diese achtenswerte Bemühung wird durch die Fülle des zusammengetragenen Materials leider in seiner Wirkung geschmälert. Die Verfn. vermengt die verschiedensten Richtungen innerhalb der Psychiatrie, Psychotherapie, Psychologie und Pädagogik, was gelegentlich zu grotesken Vergleichen führt.
Ausführlich schildert die Verfn. eine Reihe neurotischer Verzerrungen und neurotischer Hemmungen der natürlichen Religiosität. Das Religiöse im Menschen wird aber als eine Selbstverständlichkeit hingestellt und nicht auf seine Herkunft befragt. Die Verfn. weiß daher nichts davon, wie auch echter Glaube, Frömmigkeit und Gottesbeziehung viele Wurzeln und daher auch viele Wege der Verwirklichung haben. Sie setzt statt dessen ihr eigenes christliches Gottesbild als beispielgebend. Ihr Gottesbild hat vorwiegend einen mütterlichen Aspekt. Es ist der Gott, der