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Immer deutlicher hat sich im letzten Jahrzehnt eine Tendenz zur analytischen Vertiefung der Gruppentherapie durchgesetzt. Heute können wir wirklich und mit vollem Recht von einer „psychoanalytischen Gruppentherapie“ sprechen. Mit dieser Entwicklung hat sich die problematische Möglichkeit ergeben, daß sich jemand gleichzeitig zwei analytischen Behandlungen — einer Einzel- und einer Gruppentherapie — unterzieht.
Es ist ein undankbares Unterfangen, dieses heftig umstrittene Thema anzuschneiden. Gute Freunde haben mir — im Interesse meiner Person, unserer Gesellschaft und unseres Kongresses — dringend geraten, für unsere heutige Arbeitstagung ein unverfänglicheres Thema zu wählen. Als Analytiker wissen wir, daß wir durch Totschweigen uns bedrängende ungelöste Fragen nicht aus der Welt schaffen. Nicht wir haben das Problem, das wir heute erörtern wollen, willkürlich heraufbeschworen. Es ist nun einmal da, ob wir es sehen oder leugnen; und wenn wir es nicht anpacken und in ihm angemessener Weise lösen, wird es uns entgleiten und unsere Arbeit empfindlich stören.
Die Auseinandersetzung mit den verzwickten Problemen, die sich aus dem zeitlichen Zusammenfallen verschiedener analytischer Behandlungen unvermeidlich ergeben, ist nicht zu umgehen. Seit einiger Zeit schon taucht die Frage einer solchen Koinzidenz in unserer therapeutischen Praxis auf; und neuerdings stellt sie sich dem Lehranalytiker auch bei seinen Ausbildungskandidaten und verlangt gebieterisch Stellungnahme und Entscheidung. Untersuchen wir die beiden Fälle getrennt.
Letzthin kommt es häufiger vor, daß ein Patient, der keineswegs die Absicht hat, seine laufende Gruppenbehandlung aufzugeben, seinen Gruppentherapeuten oder einen anderen Analytiker aufsucht, um sich zusätzlich einer Einzelanalyse tu unterziehen (oder umgekehrt: zusätzlich zur Psychoanalyse möchte ein Patient eine gleichzeitige analytische Gruppenbehandlung aufnehmen).
Wie soll sich der Analytiker in solchen Fällen verhalten? Grundsätzlich hat er folg