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Wenn wir von Freuds erster Annäherung an das Problem der Psychosen in den neunziger Jahren absehen, finden wir in seinen Arbeiten hauptsächlich zwei charakteristischerweise sehr verschiedene Versuche, ihre spezifische Pathologie zu verstehen. Ich meine natürlich die Analyse des Falles Schreber und die zwei Arbeiten über Neurose und Psychose, die dreizehn Jahre später geschrieben wurden (1924, a und d). In diesem Zeitraum hatte Freud einige wesentliche Gesichtspunkte der Psychologie der Psychosen in seinen metaphysischen Arbeiten aufgehellt. Die Unterschiede zwischen seinen früheren und den späteren Werken spiegeln sein wachsendes Interesse an den Problemen der Struktur-Psychologie und vor allem der Ich-Psychologie wider. In einer seiner späteren Arbeiten ist deutlich gesagt: „die Neurose sei der Erfolg eines Konfliktes zwischen dem Ich und seinem Es, die Psychose aber der analoge Ausgang einer solchen Störung in den Beziehungen zwischen Ich und Außenwelt“ (1924 d, S. 387). Der Umriß, den Freud in diesen Arbeiten gab, sowie die vielen Andeutungen in einer Reihe anderer, sind bisher noch nicht zur Grundlage einer systematischen Theorie der Psychosen gemacht worden.
Historisch gesehen erkennen wir in der analytischen Betrachtungsweise der Psychosen eine Spiegelung der jeweilig vorherrschenden Richtungen der psychoanalytischen Psychologie. Der nächste Anstoß kommt nun vielleicht von der analytischen Kinderpsychologie her, die in den Arbeiten der letzten zwei Jahrzehnte einen hervorragenden Platz einnimmt. In Wirklichkeit spreche ich nicht nur von der Zukunft; diese Tendenz hat sich zum Teil schon durchgesetzt. Seit einiger Zeit versucht man, die regressiven Phänomene der Psychose als einen wichtigen Zugang für das Verständnis der frühen Kindheit zu benutzen. Während sicher kein Grund besteht anzunehmen, daß die Methode schon voll ausgeschöpft sei, ist doch auch eine Strömung in der entgegengesetzten Richtung vorhanden. Was wir der Forschung auf dem Gebiet der analytisch