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Das vorliegende Werk unterscheidet sich von den meisten zusammenfassenden Publikationen über Psychotherapie durch die atheoretische Einstellung des Autors und den Ausgang vom Erleben
des Psychotikers. Die Darstellung psychotherapeutischer Zentralphänomene (Arzt-Patient-Beziehung, Übertragung, Deutung, Betreuung) schöpft stets aus der konkreten Behandlungs-Situation und bewahrt sich bei aller Verpflichtung auf die aus der Analyse bekannten Regeln seelischer Fehlorientierung und ihrer technischen Bewältigung eine Offenheit für originäre, unkonventionelle Erfahrungen aus der therapeutischen Situation. Psychotherapie, verstanden als „ihrem Wesen nach klinisches Fach“, wird hier aus den Erfahrungen einer Kommunikation mit ich-schwachen (vor allem schizophrenen) Patienten entwickelt. Es ist ein Vorzug, daß der Verfasser dabei die sonst leicht divergierenden Gesichtspunkte der Klinik der Psychosen, der ambulanten Analyse der Neurosen und der daseinsanalytischen Klärung abnormer Weltentwürfe verbindet. Da das Werk nicht durch detail-theoretische Exkurse belastet ist und in vielem den unmittelbaren Niederschlag gemeinsamer Gespräche darstellt, in denen sich Psychosen-Psychotherapeuten über die Probleme ihrer Patienten und die eigene therapeutische Haltung klar zu werden suchten, kann es in gleicher Weise dem Eindringenden als Einführung wie dem therapeutisch Erfahreneren zur Vertiefung seiner Einsichten dienen.
Eine dieser Einsichten — Duktus und Thematik des Buches nachhaltig bestimmend — liegt darin, daß der psychotherapeutische Umgang mit Psychotikern dem Verständnis neurotischer Patienten tiefere Perspektiven eröffnet. Stellt man sich diesem Problem, so kann dies dazu beitragen, die Trennung von Psychoanalyse und Psychiatrie zu überwinden, durch die die Psychoanalyse den Kontakt zu Klinik und Krankenbett verlor, die Psychiatrie sich um wertvolle psychodynamische Einsichten brachte. Die in der Analyse erarbeiteten Techniken und Mechanismen (Deutung, Agieren, Symboldynami