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Das vorliegende Buch aus der Kinderabteilung der Nervenklinik der Charite“ ist das Resultat einer jahrelangen Bemühung des Autors, zu einer differenzierteren Beschreibung von abnormen Kinderpersönlichkeiten durchzustoßen. Auch die Einteilung der Neurosen und insbesondere die Struktur der kindlichen Fehlhaltungen ist ihm ein wissenschaftliches Anliegen. Der Autor kritisiert, daß in der Mehrzahl der Fälle die Entwicklung der Neurose und der genaue Nachweis der Wechselwirkung von Umwelt und Persönlichkeit unzureichend geführt werde. Wer nach diesem Vorwort eine kritische wissenschaftliche Auseinanderstzung mit dem derzeitigen Stand der Forschung, insbesondere der Neurosenlehre und Neurosenpsychologie erwartet, sieht sich enttäuscht.
Im ersten Teil — „Kinderneurosen aus Erziehungsschäden“ — gibt der Autor anhand von kinderpsychiatrischen Krankengeschichten über eihen Zeitraum von 6 bis 8 Wochen — ohne katamnestische Hinweise, die die Richtigkeit der These beweisen würden — Beispiele für Erziehungsfehler und die daraus resultierenden Neurosen. Die durch die Kapitelüberschriften: brutale Erziehung, Einengung im gesamten Lebensraum, Pendelerziehung, Gängelerziehung und fehlende Erziehung ausgelösten Anmutungen werden noch übertroffen: Die Fallanalyse erscheint vordergründig, unter Berücksichtigung neurosenpsychologischer Gesichtspunkte naiv und läßt gerade die geforderte Strukturanalyse vermissen.
Im 2. Teil setzt sich der Autor mit „Kinderneurosen aus Persönlichkeitszügen“ auseinander. Er geht von einer abgewandelten Einteilung der K. Schneiderschen Psychopathieformen aus und etikettiert sie als Neurosen, wenn sie in leichteren Graden vorliegen. Damit wird die Diskussion Psychopathie-Neurose in einer vereinfachten Weise vermischt, die erstaunt, wenn man die Publikationen und Diskussionen vergleicht, wie sie im Schrifttum der letzten 10 Jahre vorliegen. Diese Auseinandersetzungen mit anderen wissenschaftlichen Auffassungen werden ebenso vermißt wie eine Bibliographie. Bei de