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Im Sommer 1963 erschien der erste Band der neuen Reihe „Politische Psychologie“. Wie man aus Wolfgang Metzgers Vorwort entnehmen kann, verdankt sie ihr Entstehen wesentlich dem Unbehagen an der deutschen Holterdipolter-Demokratie, die wirklich zu demokratisieren man beitragen will. Aber schon in seiner Einführung bemüht sich der federführende Herausgeber Walter Jacobsen — die anderen Herausgeber sind Wanda von Bayer-Katte, Gerhard Baumert, Theodor Scharmann und Heinz Wiesbrock — leider nicht inhaltlich um die in Frage stehende Sache selbst. Vielmehr versucht er, den zum Thema der Reihe gemachten Problemaspekt gegen andere, schon etablierte Gebiete sorgfältig abzugrenzen und eine — gar nicht mehr — neue Wissenschaftssparte als eigenständig zu rechtfertigen. Definition und Abgrenzung wird zum Kardinalproblem. Doch wie im sozialwissenschaftlichen Bereich schon stets, bleibt auch hier ein derartiger Versuch äußerst fragwürdig; das Aufzählen der Themenkreise trägt, weil es eher aus einem institutionellen Bedürfnis als aus fruchtbarem Problembewußtsein hervorgeht, den Stempel der Beliebigkeit und Willkür, was im sich großzügig gebenden, doch in Wirklichkeit verlegenen „usw.“ sich ausdrückt, das in den Aufzählungen immer wieder auftaucht.
Drei kürzere Beiträge sind zu erwähnen, die auf die deutsche Tradition im Bereich politischer Psychologie hinweisen. (Warum Freud hier ausgespart wird, kann wohl kaum gerechtfertigt werden.) Anitra Karsten erinnert an ihren Lehrer Kurt Lewin und an die Bedeutung der Feldpsychologie für gruppendynamische Forschungen. Heinz Wiesbrock zählt die Werke seines Lehrers Willy Hellpach auf, die ins Politische spielende Themen behandeln. Schließlich werden aus dem Nachlaß Max Simoneits Notizen zum Thema Toleranz abgedruckt: Die Differenzen einer sachlichen Gegnerschaft müßten eher in Partnerschaft sich verwandeln als in persönliche Feindschaft, und das sei für Menschen, wie sie nun einmal sind, schwierig.