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Die vorliegende Arbeit stellt einen Ausschnitt aus einer umfangreicheren Studie dar, die sich mit der Frage der psychodynamischen Faktoren auf dem Gebiet geographischer und archäologischer Forschertätigkeit befaßt. Sie ist insofern als ein vorläufiger Bericht über eine zur Zeit noch unabgeschlossene Arbeit zu verstehen, als sie Befunde und Beobachtungen verzeichnet, die zum Teil noch der weiteren Untersuchung und Auswertung bedürfen.
Ich habe vor einiger Zeit dokumentarisches Material über gewisse psychologische Faktoren vorgelegt, die an der Geschichte geographischer Entdeckungen und Forschungen mitbeteiligt sind. Dabei ging ich von der Voraussetzung aus, daß Geographie; wie schon der Name sagt, das Studium der Gaea, der Mutter Erde (Urmutter) ist und daß ferner die großen Probleme der Geographie — die Fragen nach dem wo und woher, die unablässige Untersuchung und Durchforschung der Erde — den grundlegenden libidinösen Fragen jedes Menschen gleichen, ja, diese gewissermaßen wiederholen. Mit Bezug auf „Entdeckung“ habe ich also Geographie und Archäologie mit der Anatomie (die in gewissem Sinne eine Geographie des menschlichen Körpers darstellt) in Beziehung gebracht.
In dem Bestreben, diese Beobachtungen zu erweitern und sie mit der mehr auf das Individuelle gerichteten, gegenwärtigen analytisch-biographischen Forschungsarbeit in Beziehung zu setzen (Bonaparte, 1946, 1949; Greenacre, 1955, 1957; Eissler, 1961), will ich in diesem Bericht versuchen, einige wesentliche Tatsachen aus Heinrich Schliemanns Leben und Werk darzulegen und in psychodynamischer Sicht zu betrachten.
Heinrich Schliemann hat im 19. Jahrhundert die Stätte des alten Troja gefunden und es ausgegraben; er durchforschte ferner Mykene, Tyros und andere prähistorische Orte. Damit wurde er, wie manche Biographen ihn nennen, zum „Vater“ der modernen Archäologie. Ganz aus eigenem Antrieb und fast ohne Helfer eröffnete er Historikern und Archäologen des vorklassischen Altertums eine neue Welt und zerstörte