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Die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen, die der Herkunft der Symptome angemessen ist, muß ihr Schwergewicht in der Arbeit mit dem psychischen Erleben haben. Andernfalls wäre die Reihenfolge in dem Kunstwort „psychosomatisch“ nicht korrekt; mindestens spräche man ihr den Aufforderungscharakter ab, sich die Strömungsrichtung des pathologischen Geschehens vom seelischen Erleben zum körperlichen Erleiden vorzustellen. Es ist offensichtlich ein primitiv dualistisches Konzept, das hier zum Ausdruck kommt — ein Konzept, das immer wieder mit philosophischen Modellbildungen angegriffen wird. Philosophisch mag diese dualistische Vorstellung, nach der ein Erlebnis einem krankhaften Geschehen vorangeht, nicht haltbar sein; für die Praxis ist es die einzige Orientierung, die uns zu handeln erlaubt. Wir können uns den menschlichen Organismus zwar als eine Ganzheit vorstellen und uns von dieser Ganzheit immer wieder überzeugen; in der Therapie bleibt es beim Dualismus — auch wenn wir polypragmatisch vorgehen, indem wir uns mit dem Patienten verständigen, ihm helfen, seine Erfahrungen zu korrigieren und gleichzeitig mit Medikamenten auf ein bestimmtes Organgeschehen einzuwirken versuchen. Wir verfahren dann additiv, nicht ganzheitlich. Die pragmatische Brauchbarkeit des Konzeptes psychosomatischer Zusammenhänge wird an den Schritten der Heilung sichtbar. Es wird eine neue Form der psychischen Kommunikation hergestellt, das Übertragungsverhältnis; dies führt zu einer Korrektur im Bereich des Erlebens (Verschiebung von Besetzungen und Gegenbesetzungen, etc.). Im Verlauf dieses emotionellen Umbaus, bildlich gesprochen: einer Veränderung des Erfahrungsfilters, vollziehen sich bei positivem therapeutischem Verlauf Veränderungen an pathologischen Funktionszusammenhängen (Syndromen).
Natürlich müssen wir uns zuerst diagnostisch darüber vergewissern, daß bei dem einzelnen Patienten kein progredienter organischer Prozeß vorliegt, kein Leiden mit somatischem Beginn — kein Prozeß also,