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Die in einer redaktionellen Vorbemerkung in der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse 1928 (zu Staudacher) ausgesprochene Auffassung, daß die traumatischen Neurosen Affektionen seien, „über die unsere Literatur kein ausreichendes Beobachtungsmaterial aufzuweisen hat“, gilt in mancher Hinsicht auch heute noch. Das ist um so bemerkenswerter, als sich mit dieser Krankheitsgruppe ein Problem stellt, das an eine Grundfrage der Neurosenlehre rührt, an die Beziehung von „traumatischem Ereignis“ und „Erlebnis“.
Ganz abgesehen davon, daß hier ein Problembereich von erheblicher praktisch ärztlicher, sozialer, wenn nicht gar politischer Bedeutung liegt, worauf Eissler (1963/64) hingewiesen hat, dürfte eine Weiterführung der Auseinandersetzung um die Begriffe „Trauma“ und „traumatische Neurose“ auch aus theoretischen Gründen (Greenacre, 1953; Khan, 1963; Stern, 1962) zu den wichtigen Aufgaben der Psychoanalyse gehören.
Als Gründe für den Mangel an Untersuchungsmaterial über traumatische Neurosen werden verschiedene Umstände genannt, angefangen von der äußeren Ungunst, die ergiebigsten Untersuchungsfelder — die Kriegsneurosen und die Unfallneurosen — für ein genügend eingehendes Studium zu erschließen, bis zur Schwierigkeit, diese Krankheitsgruppe, deren Erscheinungsbilder, wie die Entwicklung der letzten Jahrzehnte seit dem 1. Weltkrieg zeigt, stark wandelbar, d. h. kulturell beeinflußbar sind (wegen ihres akzentuierten Appellcharakters), vorzusortieren und zu gruppieren.
Unseres Erachtens beruht eine der wesentlichsten Behinderungen im Sammeln des Materials aber darin, daß die Krankheitsgruppe „traumatische Neurosen“ mehr als jede andere an eine vorpsychoanalytische Nosologie gefesselt ist. In der alten psychiatrischen Einteilung erscheint die Einheit „traumatische Neurose“ als eine Sammelgruppe von Patienten, deren Gemeinsamkeit darin besteht, daß aufdringlich lärmende, also demonstrative Symptome mit unübersehbar eindrucksvollen Ereignissen in einer eindeutigen (also eb