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Als John Rosen 1953 erstmals kurz über seine „Direkte Psychoanalyse“ — eine seinerzeit revolutionär anmutende Methode
zum Verständnis und zur Behandlung von Psychosen — berichtete, hat sie sowohl Bewunderung als auch heftige Ablehnung ausgelöst. Benedetti, der ein Jahr zusammen mit Rosen arbeitete, hat auch im Raum der deutschsprachigen Psychiatrie das Interesse dafür geweckt. Inzwischen ist es hier um Rosen stiller geworden. Was ist inzwischen in Amerika aus seinen Lehren und therapeutischen Bemühungen geworden?
Rosen arbeitet seit 1956 an dem Institut for Direct Analysis, das dem Temple University Medical Center angeschlossen ist. Hier hat er seine ursprüngliche Methode weiterentwickelt und zum Teil modifiziert. Vor allem hat er sie lehrbar zu machen und von seiner eigenen Person loszulösen versucht; dies in der Hoffnung, den oft ad hominem geführten Polemiken den Stachel zu nehmen. Zu diesem Zwecke hat er unter anderem ein Gremium von relativ unabhängigen psychiatrischen Beobachtern für längere Zeit an sein Institut eingeladen und um eine Beurteilung seiner Methode gebeten. Einige dieser Beobachter (z. B. English, Appel, Brody, Scheflen), die in der amerikanischen Psychiatrie einen Namen haben, haben inzwischen, zum Teil in sehr anerkennenden Worten, in verschiedenen Arbeiten dazu Stellung genommen. 1962 erschien Rosens eigener systematischer und zusammenfassender Bericht unter dem Titel „Direct Psychoanalytic Psychiatry“ (New York, Grüne and Stratton). Dieser Bericht liegt nunmehr, von Gabriele Orthner übertragen, in deutscher Sprache vor. Er erlaubt auch dem deutschen Leser, sich mit dem gegenwärtigen Stand der „Direkten Analyse“ vertraut zu machen.
Rosen sieht die Psychosen als psychogene Störungen an, die sich im wesentlichen nur quantitativ von neurotischen und normalen Zuständen unterscheiden. Er glaubt fest auf dem Boden der Freud schen Psychoanalyse zu stehen, obwohl er einige Unterschiede anerkennt und hervorhebt. Daher auch der Name „Direkte Psychoanaly