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Wissenschaftliche Klarheit und Wahrheitssuche verbinden sich in diesem Werk mit dem tiefen Verständnis des Autors, der Auschwitz überlebte. Eitinger erweitert seine früheren Veröffentlichungen durch soziologische Aspekte und vergleicht seine drei norwegischen Krankheitsgruppen mit drei jüdischen, die er 1961/62 in Israel psychiatrisch untersuchte.
Beschreibung und Vergleich dieses besonders großen Krankengutes (insgesamt fast 600 Überlebende deutscher Konzentrationslager) geben eine Fülle wichtiger Aufschlüsse und Erkenntnisse, unter denen zu nennen sind: 80 % aller israelitischen Untersuchten waren nach der Befreiung die einzigen Überlebenden ihrer Familien und hatten weitgehend ihren Glauben an Gott und die Menschen verloren. Auf die Frage nach dem Grund ihres Überlebens meinten die meisten der israelitischen Befragten: durch Glück oder Zufall; andere, daß sie im Lager mit Freunden oder Verwandten zusammengeblieben waren. Während von den norwegischen ehemaligen Häftlingen keine Schuldgefühle geäußert wurden, litten viele der israelitischen Überlebenden darunter, daß sie den Verfolgern gegenüber passiv geblieben waren. Eitinger weist überzeugend nach, daß vor allem bei den polnischen Juden das Gefühl, von der Welt vollständig isoliert und vergessen worden zu sein, berechtigt war: die Alliierten sandten keine Hilfe, und antisemitische Polen und Litauer unterstützten die SS.
Obgleich der Autor seine Ansicht einer organischen Ätiologie des „Konzentrationslagersyndroms“ aufrechterhält,