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Ein erster Ansatzpunkt des Verfassers wird schon im Titel deutlich: Die „Eignung“ zum Führen von Kraftfahrzeugen. Es wird bewußt weder auf „Verkehrsmedizin“ noch auf „Verkehrspsychologie“ abgestellt. Das entspricht der wissenschaftlichen Linie des Verfassers, der seit acht Jahren das Medizinisch-Psychologische Institut des Technischen Uberwachungsvereins Hamburg e. V. leitet. Die noch junge aber einheitliche Tradition der über das ganze Bundesgebiet verstreuten Medizinisch-Psychologischen Institute der Technischen Überwachungsvereine basiert auf der Vorstellung, daß die „Eignung“ zum Führen von Kraftfahrzeugen auf der Intaktheit und Leistungsfähigkeit des ganzen Menschen beruht. Demgemäß sind seine körperlichen, geistigen und seelischen Eignungsvoraussetzungen in einer kombinierten medizinisch-psychologischen Untersuchung durch Verkehrsmediziner und Verkehrspsychologen zu ermitteln.
Das Ergebnis langjähriger Erfahrungen und die Kenntnis der wesentlichen einschlägigen Literatur hat sich in der vorliegenden Schrift niedergeschlagen. Man muß es aber bedauern und es schadet der von H. Lewrenz vorgetragenen Sache, daß die Persönlichkeitsbeurteilung des Kraftfahrers ausschließlich unter den deskriptiven Gesichtspunkten einer orthodoxen Psychiatrie im Sinne Kurt Schneiders gesehen wird. Das Unbewußte gibt es in der Vorstellungswelt des Verfassers nicht. Es wird einfach übersehen, daß Psychoanalyse und Tiefenpsychologie entscheidende Ansatzpunkte für die Aufhellung des Fahrverhaltens des Menschen gegeben haben. Von den unbewußten emotionalen und affektiven Faktoren, die den Fahrer eines Kraftfahrzeuges bestimmen, von dem hohen Symbolwert des Autos ist mit keinem Worte die Rede. Schade — aber der Verfasser beweist mit seinen Ausführungen das, was er dem Rezensenten — der seinerseits tiefenpsychologische Aspekte vertritt — in einem Gespräch sagte: „Von all dem, was Sie gesagt haben (nämlich über die Rolle des Unbewußten beim Fahrverhalten), glaube ich Ihnen kein Wort.“