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Die vorliegende Anthologie, dem Andenken Hans Bergers gewidmet, bringt eine Synopsis der „Epilepsie“, die nicht nur dem praktischen Arzt, für den sie gedacht ist, Bereicherung und Anleitungen vermittelt.
W. Schulte und H. Landolt berichten
über Fehldeutungen von Anfällen und die einzelnen Arten ihrer Manifestation im Formenkreis der Epilepsie; dem Kindesalter (R. Lempp), neurochirurgischen Aspekten (W. Driesen) und der Therapie (R. Dreyer) sind eigene Kapitel gewidmet. Randgebieten der Epilepsie und der differentialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber cardio-vasculären, vegetativen, herzphobischen, narkoleptischen, tetanischen, und hypoglykämischen Zustandsbildern ist ausführlich Raum gegeben (J. Schmidt-Voigt, H. G. Haas und W. Schulte).
L. Stollreiter legt bisherige Erfahrungen und Erfolge in der Rehabilitation dar, die allerdings in Deutschland noch ganz in den Anfängen steht; dies wird ohne weiteres deutlich, wenn man täglich erfährt, daß nur etwa 20 % aller Anfallskranken eine einigermaßen sachgemäße und ausreichende medikamentöse Therapie erhalten. Den Psychotherapeuten wird der pathische Aspekt des Krankseins beim Epileptiker, wie ihn W. Schulte darlegt, interessieren; der Selbstwahrnehmung und Selbsterfahrung des Patienten, dem die Verarbeitung aller Belastungen meist allein zugemutet wird, ist hier besondere Beachtung geschenkt. Die pathoplastische Bedeutung von Kindheitstraumen (Beschämung der Eltern über das anfskranke Kind, Überbefürsorgung, fehlgesteuerte Schul- und Berufsausbildung) wird ebenso gewürdigt, wie die den Kranken später aus seinem „Anderssein“ erwachsenden Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen und soziologischen Bereich. Der Epileptiker ist meist gezwungen, sein Leiden zu kaschieren und seine „Gesundheit“ zu vertreten, wenn er keine Statuseinbuße erleiden will; zudem möchte er auch selbst sein Kranksein nicht wahrhaben, er verdrängt, der Anonymität eines Anfallsgeschehens mit ständiger Bedrohung ausgesetzt zu sein.
Unter dem Schutz einer au